Der türkische Finanzminister Albayrak | Bildquelle: AFP

Währungskrise in der Türkei Regierung will Finanzsektor stützen

Stand: 16.08.2018 16:19 Uhr

Um den Verfall der Lira zu stoppen, will die türkische Regierung den Finanzmarkt unterstützen. Finanzminister Albayrak sagte dem Bankensektor staatliche Hilfen zu. Die Lira hatte zuletzt wieder an Wert zugelegt.

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hat dem Bankensektor seines Landes Unterstützung in der aktuellen Währungskrise zugesagt. Bei einer mit Spannung erwarteten Telefonkonferenz mit Investoren sagte er, die Regierung werde nicht zögern, der Branche zu helfen. Er versicherte, Kapitalkontrollen würden niemals auf der Agenda stehen. Die hohe Inflation zu drücken, habe für ihn höchste Priorität, ergänzte der Minister.

Für die Telefonschalte mit dem Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten sich fast 4000 Investoren und Ökonomen angemeldet. Die Maßnahme dürfte ein Grund dafür sein, dass die Lira nach den starken Verlusten der vergangenen Tage nun auf Erholungskurs ist. Der Dollar verbilligte sich um 2,5 Prozent auf 5,8 Lira.

Positive Signale durch Katar-Investment und Macron

Ein Stapel türkischer Lira-Noten werden in einer Hand abgezählt | Bildquelle: REUTERS
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Die Lira legte zuletzt an Wert zu.

Zudem hebe die Ankündigung einer 15 Milliarden-Dollar-Direktinvestition in der Türkei durch das Emirat Katar die Stimmung an den Devisenmärkten, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Die große Frage ist allerdings, ob die Krise damit aufgehoben oder nur aufgeschoben ist. Wahrscheinlich ist es Letzteres, da die Probleme ungelöst bleiben."

Weitere positive Wirkung dürfte eine Gespräch von Erdogan mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron haben. Die beiden Staatsführer hätten bei einem Telefonat eine Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen vereinbart. Dabei betonten beide, die Handelsbeziehungen sowie die Investitionen weiter ausbauen zu wollen, erklärte das türkische Präsidialamt.

Türken horten weiter Dollar

Dennoch ist das Vertrauen der Türken in ihre Währung offenbar weiter gering. Der Aufruf Erdogans zum Umtausch von Fremdwährungen in heimische Lira stößt in der Bevölkerung bislang auf taube Ohren. Lokale Investoren bauten in der Woche bis zum 10. August ihre Einlagen in ausländischen Devisen sogar leicht um 0,8 Prozent auf 159,9 Milliarden Dollar aus, wie Daten der türkischen Zentralbank zeigen. Die Landeswährung hat seit Jahresbeginn etwa 40 Prozent zum Dollar verloren und fiel zuletzt auf ein Rekordtief.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. August 2018 um 16:00 Uhr.

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