Ein Mann steht im Gebäude der Bundesnetzagentur vor einer Leinwand mit der Aufschrift "5G". 18.03.2019, Mainz | Bildquelle: dpa

Erste Standorte Telekom startet öffentliches 5G-Netz

Stand: 03.07.2019 17:01 Uhr

Kurz nach Ende der Frequenz-Auktion für 5G macht die Telekom den nächsten Schritt: Sie öffnet ihr 5G-Netz für Kunden und nimmt erste Standorte in Betrieb. Den Anfang machen zwei Großstädte.

Drei Wochen nach Ende der Frequenz-Auktion für die fünfte Mobilfunkgeneration nimmt die Deutsche Telekom erste Standorte in Betrieb. "Wir legen los", sagte Vorstand Dirk Wössner. Der bisherige 5G-Testbetrieb an einigen Standorten werde jetzt für Kunden geöffnet, die gleich am Anfang dabei sein wollten.

Das öffentliche Netz startet zunächst in Berlin und Bonn. Danach sollen Darmstadt, Hamburg, Leipzig und München folgen. "Wir werden bis zum Jahresende rund 300 neue Antennen an mehr als 100 Standorten aufstellen", so Wössner. Bis Ende 2020 sollen die 20 größten Städte mit 5G angebunden sein. Neue Standorte auf dem Land sollen wenn möglich auch mit 5G aktiviert werden.

Bis zum Marktstart wird der neue Standard aber selbst in den Pilot-Städten nur lokal begrenzt verfügbar sein. In Berlin verfügt die Telekom derzeit über 66 Antennen an 22 Standorten, mit denen die Hauptstadt nicht flächendeckend versorgt werden kann.

5G-taugliche Smartphones und Tarife

Derzeit betreibt die Telekom in Europa 150 Antennen mit 5G-Technologie im geschlossenen Test. Heute begann sie auch mit dem Vertrieb erster 5G-tauglicher Smartphones und 5G-Tarife. Das Samsung Galaxy S10 5G wird für knapp 900 Euro angeboten. Der 5G-Tarif für unbegrenztes Surfen kostet knapp 85 Euro im Monat.

Parallel zum 5G-Ausbau will die Telekom ihr Bestandsnetz mit LTE (4G) verbessern. Alleine in diesem Jahr werde man 2000 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb nehmen. Bis Ende 2021 solle das Netz von derzeit knapp 30.000 auf 36.000 Standorte ausgebaut werden. Viele von diesen neuen Standorten decken bisherige Funklöcher ab. "Drei Viertel der Standorte sind bereits mit Glasfaser angeschlossen und damit auf 5G vorbereitet", sagte Wössner.

Die Telekom bietet nun auch eine Lösung an, mit der man die sogenannte letzte Meile zur Online-Versorgung einer Wohnung oder eines Büros als Festnetzersatz überbrücken kann: den tragbaren Hotspot HTC 5G Hub.

Noch keine Entscheidung über Huawei

Inwieweit der chinesischen Huawei als Netzwerkausrüster beim 5G-Aufbau eine Rolle spielt, ist noch unklar. Die Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, sagte Wössner. Man sei noch dabei, die Lieferanten-Strategie zu überprüfen. Dabei stehe die Telekom im engen Austausch mit dem Wirtschaftsministerium. Die USA und weitere Länder haben Sorgen, dass eine größere Rolle von Huawei China Spionagemöglichkeiten im künftigen Mobil-Netz eröffnet, Huawei bestreitet das.

Die Versteigerung der Frequenzen hatte dem Bund gut 6,5 Milliarden Euro gebracht. Bei der Auktion hatte die Telekom 13 Blöcke ersteigert und muss dafür 2,17 Milliarden Euro zahlen. 5G gilt als Schlüssel für Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. Juli 2019 um 13:43 Uhr.

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