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Abschied vom 3G-Standard UMTS-Netze werden abgeschaltet

Stand: 30.06.2021 16:13 Uhr

In der Nacht beginnt die Abschaltung des Mobilfunk-Standards der dritten Generation (3G). Die UMTS-Frequenzen werden für den 5G-Ausbau gebraucht. Zumindest für einzelne alte Smartphones hat das Folgen.

Von Sebastian Tittelbach, WDR

Die drei großen deutschen Mobilfunkanbieter schalten in der Nacht zum 1. Juli schrittweise ihre UMTS-Netze ab. Nach 20 Jahren im Einsatz gilt der Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) als veraltet. Die meisten Kunden sollen noch nicht einmal mitbekommen, dass das UMTS-Netz verschwindet.

Telefonieren und das Verschicken von SMS wird weiterhin auch mit älteren Handys möglich sein. Problematisch wird es aber, wenn man mit einem alten Smartphone wie dem iPhone 4 im Internet surfen oder Apps nutzen möchte. Das geht ohne UMTS dann nur noch im Schneckentempo. Wer eine sehr alte SIM-Karte nutzt, braucht möglicherweise eine neue.

Zuletzt nur geringes Datenvolumen über UMTS

Der Anteil der persönlichen SIM-Karten, die nur die älteren Mobilfunknetze 2G/3G unterstützen, lag laut einer Studie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) im Herbst 2020 noch bei 31,2 Prozent. Das entspricht immerhin 34,2 Millionen SIM-Karten. Allerdings machte das mobile Datenvolumen, das über die UMTS-Netze lief, zuletzt nur noch einen sehr geringen Anteil bei den großen Anbietern aus.

Größere Störungen erwartet keiner der Mobilfunkanbieter, Telekom und Vodafone testeten die Abläufe vorab schon in einigen Regionen. Die Abschaltung läuft schrittweise ab. So will Telefonica die letzten Antennen erst Ende des Jahres außer Betrieb nehmen.

UMTS-Frequenzversteigerung brachte einst Milliarden

Die ersten Frequenzpakete für die deutschen UMTS-Netze hatte der Bund im Jahr 2000 für Milliarden-Beträge versteigert. 2004 startete die Telekom als erster Anbieter ihr UMTS-Netz. Mit der Abschaltung werden nun Frequenzen frei, die die Mobilfunkanbieter einsetzen wollen, um ihre LTE- und 5G-Netze weiter auszubauen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 30. Juni 2021 um 16:26 Uhr.