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Schub durch Pandemie PC-Verkäufe steigen 2021 kräftig

Stand: 13.01.2022 09:07 Uhr

Die Corona-Pandemie und das damit verbundene Arbeiten von zu Hause haben 2021 für einen Schub bei den PC-Verkäufen gesorgt. Der Marktführer konnte dabei seine Position behaupten. Gebremst wurde die Branche von der Chip-Knappheit.

Der Bedarf an Desktop-Computern, kurz PCs, ist immer noch nicht erschöpft. Im vergangenen Jahr stiegen die Verkäufe nach Berechnungen von Marktforschern auf den höchsten Stand seit knapp zehn Jahren. Dabei wurde der Markt weiter von der Knappheit bei Chips und anderen Bauteilen gebremst. Drei große IT-Marktforscher, die ihre Schätzungen in der Nacht vorlegten, kamen weitgehend zu den gleichen Trends - aber zum Teil zu unterschiedlichen Zahlen.

Laut den in diesem Segment dominierenden Analysefirmen IDC und Canalys ist der Markt 2021 um fast 15 Prozent gewachsen. Der Konkurrent Gartner geht von einem Plus um 9,9 Prozent aus. Ihre Berechnungen zur Zahl verkaufter Personal Computer reichten von knapp 340 Millionen (Gartner) bis rund 349 Millionen (IDC). Die Unterschiede gehen darauf zurück, dass die Experten ihre eigenen Recherchen in Vertriebskanälen betreiben - und zum Teil auch verschiedene Gerätekategorien berücksichtigen.

Lenovo weiter auf Platz eins

Einig waren sich die Marktforscher bei der Verteilung der Spitzenpositionen in der Rangliste großer PC-Anbieter. Marktführer ist, wie schon in den Vorjahren, der staatliche chinesische Konzern Lenovo. Die Experten schätzen, dass von ihm im vergangenen Jahr rund jeder vierte weltweit verkaufte PC kam. Damit kann das Unternehmen seinen seit über fünf Jahren ausgewiesenen Marktanteil verteidigen.

Dicht dahinter folgt der US-Hersteller HP Inc mit etwas über 20 Prozent Marktanteil vor dem ebenfalls aus den USA stammenden Konzern Dell mit rund 17 Prozent. Apple, der weltweit wertvollste Konzern, liegt mit seinen Macs auf Platz vier mit einem Marktanteil von rund acht Prozent - steigerte aber die Verkäufe stärker als die Konkurrenz. Canalys errechnete für die Computer des iPhone-Konzerns sogar ein Plus von gut 28 Prozent, was der Aktie zuletzt Auftrieb gab.

Chipknappheit dämpft die Nachfrage

Die PC-Verkäufe waren mit der Ausbreitung von Smartphones auf Talfahrt gegangen - weil Verbraucher mehr Zeit auf ihren mobilen Geräten verbrachten und Unternehmen ihren Computerpark seltener als zuvor auffrischten. Doch die Corona-Pandemie veränderte die Situation schlagartig. Mit dem verstärkten Arbeiten und Lernen zu Hause war ein PC pro Haushalt nicht mehr genug. Unternehmen fingen an, Desktop-Rechner durch Laptops zu ersetzen. Der Nachfrageschub gilt als ein Auslöser der globalen Chip-Knappheit.

IDC-Analyst Tom Mainelli verwies darauf, dass das Angebot zum Jahresende immer noch von der Knappheit zurückgehalten worden sei. Bei Gartner sieht Analystin Mikako Kitagawa dagegen bereits das Ende des Corona-Booms im PC-Markt nahen. Es werde allerdings zwei bis drei Jahre dauern, bis die Verkäufe auf das Niveau vor der Pandemie sinken, prognostizierte sie.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Januar 2022 um 06:35 Uhr.