Nvidia-Schriftzug | REUTERS

Bitcoin- und Gaming-Boom Kunden reißen sich um Grafikkarten

Stand: 25.02.2021 10:07 Uhr

Der Corona-Lockdown befeuert die Gaming-Branche und lässt das Geschäft des US-Grafikkartenherstellers Nvidia kräftig wachsen. Die Bitcoin-Schürfer heizen das Chipgeschäft zusätzlich an.

Die Chip- und Grafikkartenindustrie kann den auch durch die Corona-Pandemie befeuerten Hunger nach Chiptechnologie kaum stillen. Der US-Grafikkartenhersteller Nvidia machte im vergangenen vierten Quartal ein glänzendes Geschäft und steigerte den Umsatz um 61 Prozent auf fünf Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieben rund 1,5 Milliarden Dollar hängen, ein Plus von 53 Prozent.          

"Mining" wird lukrativer

Der Gaming-Bereich mit dem Grafikkarten-Geschäft blieb der größte Erlösbringer von Nvidia mit einem Quartalsumsatz von 2,5 Milliarden Dollar. Die Karten sind nicht nur bei Videospielern gefragt, sondern auch zur Produktion der Kryptowährung Bitcoin.

Deshalb ist der aktuelle Bitcoin-Boom bei Nvidia ein wichtiges Thema, denn der derzeit hohe Kurs macht das sogenannte Mining immer attraktiver. Mit dem gestiegenen Preis der Kryptowährung steigt die Rendite, sodass das Schürfen lohnender wird. Zuletzt klagten Bitcoin-Schürfer, aber auch die Hersteller von Spielekonsolen, Microsoft und Sony über einen Mangel an geeigneten Chips und Grafikkarten.      

Nach dem Ende eines früheren Bitcoin-Booms hatte Nvidia mit Überkapazitäten zu kämpfen. Diesmal versucht die Firma, frühzeitig gegenzusteuern: Bei einem neuen Grafikkarten-Modell wird die Kryptowährungs-Produktion blockiert, während Nvidia einen speziellen Chip dafür ankündigte. Es werde aber einige Zeit dauern, bis sich die Trennung der zwei Einsatzszenarien durchsetze, räumte Nvidia-Chef Jensen Huang in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein.

Rückgang im Autogeschäft

Auch Nvidias Geschäft mit Rechenzentren boomt. Hier betrug das Umsatzwachstum 97 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Die Grafikkarten-Technologie von Nvidia eignet sich gut für Anwendungen auf Basis von maschinellem Lernen, die zum Beispiel bei der Bildbearbeitung immer breiter eingesetzt werden.

Der Umsatz im Autogeschäft sank im Jahresvergleich um elf Prozent auf 145 Millionen Dollar. Nvidia beliefert die Autobranche mit Elektronik und entwickelt zugleich eine Plattform zum autonomen Fahren. Unter den Partnern sind Mercedes-Benz und der von Amazon übernommene Robotaxi-Entwickler Zoox.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 19. Februar 2021 um 07:10 Uhr.