Jörg Hofmann spricht bei einer Protestkundgebung der IG Metall, Archivbild. | dpa

Kosten der Pandemie IG-Metall-Chef fordert faire Lastenverteilung

Stand: 01.05.2021 09:26 Uhr

Der Tag der Arbeit steht erneut im Zeichen von Corona. Die Gewerkschaften betonten die schwierigen Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Pandemie - und fordern mehr als warme Worte von der Politik.

Zum Tag der Arbeit hat IG-Metall-Chef Jörg Hofmann von der Politik eine faire Lastverteilung bei den Kosten der Corona-Pandemie gefordert. Einerseits boomten die Börsen und es habe noch nie so einen rasanten Zuwachs an Milliardären gegeben, sagte der Gewerkschafter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Gleichzeitig seien Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gegangen und mehr Menschen auf Hartz IV angewiesen.

"Es gibt auch Profiteure"

"Die Risiken der Pandemie und der Transformation können nicht von den Beschäftigten allein geschultert werden, während andere ihre Chancen nutzen", warnte Hofmann. Die Pandemie hinterlasse nicht nur Opfer und Verlierer, es gebe auch Profiteure. "Diese massive Unwucht kann auch den politischen Raum ins Wanken bringen", warnte Hofmann. "Deshalb brauchen wir entschlossenes politisches Handeln in der Frage der Lastenverteilung."

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat den Tag der Arbeit in diesem Jahr unter das Motto "Solidarität ist Zukunft" gestellt. Zur Hauptkundgebung in Hamburg werden der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und die Hamburger Landesvorsitzende Katja Karger erwartet. Neben Aktionen vor Ort will der (DGB) wie im vergangenen Jahr einen Livestream zum 1. Mai senden. "Denn eines ist in diesen Zeiten wichtiger denn je: Zeigen, dass die Gewerkschaften für die Menschen in diesem Land aktiv sind", heißt es im Aufruf des Gewerkschaftsbundes.

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Werneke, forderte von der Bundesregierung noch vor der Bundestagswahl im September rasche Taten. "Die Millionen von Menschen, die von Kurzarbeit betroffen sind und vielfach um ihre Jobs fürchten - genauso wie die Millionen von Beschäftigten in systemrelevanten Bereichen, die in den vergangenen Monaten unter den Bedingungen der Corona-Pandemie Außerordentliches geleistet haben, erwarten mehr als nur warme Worte", so Werneke. Insbesondere viele Beschäftigte im Gesundheitswesen und den sozialen Diensten seien enttäuscht und wütend über die Tatenlosigkeit der Bundesregierung. "Wir erwarten konkrete Verbesserungen - und zwar noch in dieser Legislaturperiode", sagte Werneke.

Kritik an Personalausstattung in den Krankenhäusern

Der Bundesgesundheitsminister habe etwa bislang nichts für die verbesserte Personalausstattung in den Krankenhäusern unternommen. "Wir erwarten daher, dass sich die Bundesregierung, insbesondere Minister Spahn, für die Umsetzung des allgemeinverbindlichen Tarifvertrages in der Altenpflege einsetzt", sagte Werneke.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Mai 2021 um 11:00 Uhr.