Ein Fahrzeug der LSG Sky Chefs fährt über das Betriebsgelände am Flughafen.  | Bildquelle: dpa

Bordverpflegung Gerichte untersagen Streik bei der Lufthansa

Stand: 19.12.2019 00:18 Uhr

Zwei Arbeitsgerichte haben den 24-Stunden-Streik in den Lufthansa-Küchen untersagt, weil Friedenspflicht herrsche. Derweil befinden sich das Unternehmen und Ufo im Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern in der Schlichtung.

Passagiere der Lufthansa müssen sich kurz vor Weihnachten zwar auf eingeschränkte Bordverpflegung einrichten, nicht aber auf umfassende Flugausfälle. Die Fluggesellschaft will am heutigen Donnerstag ihr volles Programm fliegen, obwohl die Gewerkschaft ver.di in den Flughafen-Großküchen in Frankfurt und München zu einem 24-Stunden-Streik aufgerufen hatte.

Ob es tatsächlich zu Versorgungsengpässen kommt, war am Abend unklar, denn die Arbeitsgerichte in Frankfurt und München untersagten der Gewerkschaft per einstweiliger Verfügung den Streik. Es herrsche Friedenspflicht, führten die Frankfurter Richter aus. Ver.di kann die Entscheidungen theoretisch noch in zweiter Instanz anfechten. Ver.di kündigte an, heute Rechtsmittel einlegen zu wollen.

Lufthansa schließt einzelne Verspätungen und Ausfälle nicht aus

Einzelne Verspätungen oder Ausfälle hatte die Lufthansa zuvor nicht gänzlich ausgeschlossen. Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hatte das Unternehmen gestern hingegen eine Schlichtung begonnen, so dass von dieser Seite zunächst keine weiteren Streiks drohen.

Auf innerdeutschen und Europa-Flügen sollte nach den Plänen keinerlei Bordverpflegung angeboten werden. Auf der Langstrecke ab Frankfurt und München sollten die Passagiere hingegen mit einem reduzierten Angebot aus vorbereiteten Verpflegungsboxen versorgt werden. In den deutschen Passagier-Terminals wollte die Lufthansa Verpflegungsstationen einrichten. Wem das alles zu unbequem und ungewiss sei, der könne auch kostenfrei umbuchen.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist der bereits beschlossene, aber noch nicht vollzogene Verkauf des Europageschäfts der Cateringtochter LSG Sky Chefs an den Schweizer Weltmarktführer Gategroup. Ver.di verlangt tarifliche Absicherungen für die betroffenen Mitarbeiter, möglichst in einem trilateralen Tarifvertrag zwischen ver.di, Lufthansa und Gategroup. Unter dem neuen Eigentümer erwartet die Gewerkschaft Sparmaßnahmen und niedrigere Gehälter.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Dezember 2019 um 20:00 Uhr.

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