Leere Terminal-Schalter bei British Airways | Bildquelle: WILL OLIVER/EPA-EFE/REX

Zweiter Tag des Pilotenstreiks British Airways am Boden

Stand: 10.09.2019 15:46 Uhr

Auch am zweiten Streiktag der Piloten geht bei der britischen Fluglinie British Airways so gut wie nichts. Die Gewerkschaft hat die Kosten für die Airline ausgerechnet.

Der Pilotenstreik bei der britischen Fluggesellschaft British Airways hat auch heute zu einem massiven Flugausfall geführt. Bereits am Montag waren wegen des Arbeitskampfes der Kapitäne für höhere Gehälter fast alle Flüge von und nach London Heathrow sowie Gatwick ausgefallen. Für beide Tage hatte BA im voraus insgesamt mehr als 1700 Flüge abgesagt. Fast 200.000 Reisende seien betroffen, meldete die Nachrichtenagentur PA.

Die Gewerkschaft Balpa habe keine Details geliefert, welche Piloten streiken würden, schrieb die Fluglinie in einer Mitteilung. Deshalb habe man nicht vorhersehen können, wie viele mit welcher Fluglizenz zur Arbeit kommen würden und keine andere Wahl gehabt, als die Verbindungen zu fast 100 Prozent abzusagen. Zugleich betonte die Airline ihre Bereitschaft, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

Erster Arbeitskampf bei BA

BA hatte den Flugkapitänen im Juli eine Gehaltserhöhung von 11,5 Prozent über drei Jahre angeboten. Dies wies die Pilotengewerkschaft aber zurück. Die Piloten hätten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erhebliche Einbußen hinnehmen müssen und wollten nun im größeren Maß am Gewinn beteiligt werden, so Balpa.

Die Airline gehört zu den weltgrößten Fluggesellschaften. Der Arbeitskampf ist der erste der BA-Piloten überhaupt. Der Streikaufruf am Montag sei "nahezu zu 100 Prozent" befolgt worden, teilte Balpa mit.

Die Fluglinie richtete für die Reisenden eine Internetseite ein, auf der sie den aktuellen Status ihres Flugs überprüfen können. Sie bot den Betroffenen an, Flüge umzubuchen oder die Ticketkosten voll zu erstatten. Flüge mit den BA-Töchtern CityFlyer, SUN-AIR und Comair seien nicht betroffen.

40 Millionen Pfund pro Tag?

Jeder Streiktag kostet die Fluggesellschaft nach Angaben der Gewerkschaft Balpa 40 Millionen britische Pfund (etwa 44 Millionen Euro). Nach ihrer Darstellung hätte der Streit um höhere Gehälter mit einer Vereinbarung beigelegt werden können, die nur eine Million Pfund gekostet hätte, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Derzeit sind keine neuen Gespräche zwischen den Tarifparteien geplant. Für den 27. September hat die Gewerkschaft Balpa zu einem weiteren Streik aufgerufen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. September 2019 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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