Eine Frau im Homeffice am Schreibtisch | dpa

Bundestag beschließt Steuererleichterung Bis zu 600 Euro fürs Homeoffice

Stand: 16.12.2020 21:24 Uhr

Viele Menschen müssen während der Pandemie von zu Hause arbeiten. Dafür dürfen sie pro Arbeitstag fünf Euro von der Steuer absetzen. Allerdings gilt die Regel nicht unbegrenzt.

Von einem Tag auf den anderen wurde der Küchentisch zum Schreibtisch, das Kinderzimmer zum Arbeitsplatz: Wegen der Corona-Krise mussten Millionen Menschen in Deutschland in diesem Jahr zumindest zeitweise von zuhause arbeiten. Nun hat der Bundestag den Weg für die steuerliche Homeoffice-Pauschale freigemacht.

Arbeitnehmer sollen 2020 und 2021 bis zu fünf Euro pro Tag von der Steuer absetzen können, um die Mehrbelastungen durch das Arbeiten zu Hause auszugleichen. Maximal soll dies für 120 Tage gelten, insgesamt also bis zu 600 Euro. Wer mehr als 120 Tage zuhause gearbeitet hat, hat Pech gehabt. Vielfahrer könnten zudem über die Pendlerpauschale mehr herausschlagen.

Fast eine Milliarde Euro Mehrkosten

Allerdings zählt die Homeoffice-Pauschale zu den Werbungskosten - wie Weiterbildung und Arbeitskleidung - für die allen Steuerzahlern pauschal 1000 Euro angerechnet werden. Nur wer mit seinen Werbungskosten inklusive Homeoffice-Pauschale über 1000 Euro kommt, wird also extra entlastet. Bei allen anderen verpufft die Maßnahme.

Sie soll für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021 gelten. Die Regierung hofft, dass die Pandemie danach im Griff ist und die meisten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Sie rechnet mit Mehrkosten knapp unter einer Milliarde Euro.

Nachweise nicht zwingend

Arbeitnehmer müssen für simple Steuererklärungen keine Nachweise mehr beim Finanzamt einreichen, dass sie tatsächlich im Homeoffice gearbeitet haben. Experten raten aber dazu, sich eine Bestätigung vom Arbeitgeber zu besorgen.

Die Pauschale kann jeder in Anspruch nehmen, der in der Arbeitsecke im Wohnzimmer oder mit dem Laptop auf dem Küchentisch arbeitet. Ein festes Arbeitszimmer ist keine Voraussetzung mehr, um die Kosten geltend zu machen. Auch Anschaffungen wie einen Schreibtisch, Drucker, Bürostuhl oder Laptop kann man absetzen, wenn der Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt.

Entlastungen für Ehrenamtliche

Der Bundestag verlängerte auch die Steuerbefreiung für Sonderzahlungen bis zu 1500 Euro wegen besonderer Belastungen in der Krise bis Juni 2021. Dies betrifft unter anderem die Bonuszahlungen für Pflegerinnen und Pfleger. Auch Zuschüsse der Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld bleiben steuerfrei.

Darüber hinaus werden Ehrenamtler steuerlich entlastet. Die steuerfreie Übungsleiterpauschale, von der etwa Jugendtrainer in Sportvereinen profitieren, steigt im kommenden Jahr von 2400 Euro auf jährlich 3000 Euro. Zudem bleibt eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten künftig bis zu 840 Euro im Jahr steuerfrei und nicht nur - wie derzeit - bis zu einer Grenze von 720 Euro.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Dezember 2020 um 21:45 Uhr.