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Kraftwerkssparte von Siemens Eine Woche Zwangsurlaub

Stand: 07.05.2018 15:52 Uhr

Siemens spricht von einem "beispiellosen Markteinbruch" in der Kraftwerkssparte und will die Kosten senken. Jetzt verordnet der Konzern Betrieben eine Zwangspause - Mitarbeiter werden in den Urlaub geschickt.

Siemens schickt Zehntausende Mitarbeiter seiner schwächelnden Kraftwerkssparte nach Pfingsten eine Woche lang in einen Zwangsurlaub. "Vor dem Hintergrund des anhaltenden beispiellosen Markteinbruchs im Bereich der Stromerzeugung hat die Division Power and Gas zeitlich befristete Betriebsschließungen angekündigt", sagte ein Siemens-Sprecher.

Wie die Schließungen an den einzelnen Standorten umgesetzt werden, ist noch unklar. Darüber werde noch mit den Betriebsräten verhandelt, heißt es. Grundsätzlich soll aber die Arbeit an allen Standorten ruhen. Die Beschäftigten müssten dafür nicht zwingend Urlaub nehmen, sondern könnten auch Gleitzeitkonten abbauen, hieß es.

Ein Weg, um die bereits im November angekündigte Streichung von mehr als 6000 Stellen in der Sparte zu verhindern oder zu reduzieren, seien die Sparmaßnahmen nicht, sagte der Sprecher.

Fast 17.000 Stellen will Siemens weltweit streichen.
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Siemens schickt Tausende Mitarbeiter in die Zwangspause

Verhandlungen über Stellenabbau

Der Münchner Industriekonzern beschäftigt in der Sparte ohne Servicegeschäft rund 30.000 Mitarbeiter. Mit der Zwangspause will Siemens die Kosten der Sparte senken. Auch bei Reisekosten, Sponsoring, Messen und Investitionen soll gespart werden, sagte der Sprecher. "Es geht darum, an allen Schrauben zu drehen."

Im ersten Quartal 2017/18 (Oktober bis Dezember) hatte sich der Gewinn in der Sparte fast halbiert. Für das zweite Quartal sagen Analysten einen Rückgang um 62 Prozent und einen Umsatzeinbruch um fast ein Viertel voraus. Siemens legt am Mittwoch Zahlen vor.

Wie dramatisch die Lage in der Produktion großer Turbinen für Gas- und Dampfkraftwerke wirklich ist, ist umstritten. Siemens-Chef Joe Kaeser verweist darauf, dass die Nachfrage wegen des Vormarschs der erneuerbaren Energien bald auf gut 100 pro Jahr zurückgehen werde, während die großen Hersteller die vierfache Kapazität vorhielten. Gleichzeitig leisteten viele Beschäftigte noch Überstunden.

Siemens arbeitet Ende des vergangenen Jahres noch an Kraftwerks-Aufträgen von fast 40 Milliarden Euro. Ein hochrangiger Arbeitnehmervertreter sagte mit Blick auf die Schließungspläne: "Siemens will uns damit nur zeigen, wie schlimm und dringend der Abbau ist." Betriebsräte und IG Metall feilschen derzeit um die Aufnahme formaler Verhandlungen über den Stellenabbau.

Die Zeit drängt, Personalchefin Janina Kugel will spätestens im September ein Ergebnis sehen. Erstmals seit Jahren drohen dabei betriebsbedingte Kündigungen. Besonders umstritten sind die Pläne zur Schließung der ostdeutschen Werke in Görlitz, Leipzig und voraussichtlich auch in Erfurt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Mai 2018 um 15:15 Uhr und 16:15 Uhr in den Nachrichten.

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