Schweinehälften in Schlachthof | Bildquelle: dpa

Schweinepest in Brandenburg China verhängt Importverbot

Stand: 12.09.2020 17:06 Uhr

Nach dem Auftreten der Schweinepest in Brandenburg gerät die Fleischindustrie unter Druck. Nach Südkorea verhängte nun auch China einen Einfuhr-Stopp für deutsches Schweinefleisch.

Der Fall von Afrikanischer Schweinepest in Brandenburg hat weitere Folgen für die Fleischindustrie: China verbietet den Import von Schweinefleisch aus Deutschland. Auch indirekte Einfuhren sowie der Import von Schweinefleischprodukten würden untersagt, teilten das chinesische Landwirtschaftsministerium und der Zoll des Landes mit.

China ist der größte Abnehmer für Schweinefleisch aus Deutschland. Das Verbot gilt nach Zollangaben von heute an. Alle Lieferungen von Fleisch und Produkten von Schweinen oder Wildschweinen, die danach verschifft werden, sollen nach der Anweisung des chinesischen Zolls zerstört oder zurückgeschickt werden.

Alle Lieferungen, die vorher geschickt worden seien, sollen verschärft untersucht werden, bevor sie freigegeben werden, heißt es in der Mitteilung. Das Bundesagrarministerium bestätigte, dass es eine Mitteilung des Importverbots durch die chinesische Seite gibt.

Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, man bleibe mit der chinesischen Regierung weiterhin im Gespräch, um eine Regionalisierungs-Vereinbarung zu erreichen. Dies zielt darauf, Einfuhrstopps für Lieferungen aus Deutschland wegen der Schweinepest nur auf Betriebe aus betroffenen deutschen Regionen zu beschränken - und nicht aus ganz Deutschland.

Exporte bereits gestoppt

Deutsche Schweinefleisch-Exporte nach China und in andere Länder außerhalb der EU waren bereits zuvor gestoppt worden, weil laut Bundeslandwirtschaftsministerium dafür notwendige Zertifikate wegen des Schweinepest-Falls nicht mehr ausgestellt werden können. Vor China hatte bereits Südkorea Schweinefleisch-Einfuhren aus Deutschland verboten.

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass ein in Brandenburg aufgefundenes totes Wildschwein mit dem Virus infiziert war. Es ist der erste Fall in Deutschland. Laut Bauernpräsident Joachim Rukwied hätten die Schweinehalter bereits sehr viele Maßnahmen ergriffen und machten jetzt noch mehr, um das Virus aus ihren Ställen herauszuhalten.

Um die Tierbestände zu schützen, seien Hygieneschleusen seit Längerem Standard, sagte Rukwied der Nachrichtenagentur dpa. Der Zutritt zu Ställen sei begrenzt worden, für Futterlager gebe es Abtrennungen.

Preisrutsch beim Schweinepreis

Der Präsident des Bauernverbands äußerte sich zudem besorgt über einen abrupten Preisrutsch nach Bekanntwerden des Schweinepest-Falls. Dies sei "deutlich überzogen und schlichtweg inakzeptabel". Am Freitag fiel der Schweinepreis nach Branchendaten um 20 Cent auf 1,27 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. "Wir appellieren an alle Beteiligten in der Lebensmittelkette, die Krisensituation nicht zu Lasten der Schweinehalter auszunutzen", sagte Rukwied.

Afrikanische Schweinepest - Fleischexporte nach China vorerst gestoppt
Claudia Plaß. ARD Berlin
12.09.2020 13:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. September 2020 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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