Samsung | Bildquelle: AFP

Streit um Schmerzensgeld Samsung entschuldigt sich für Todesfälle

Stand: 23.11.2018 12:26 Uhr

Nach jahrelangem Streit mit Familien von erkrankten Arbeitern hat Samsung der Zahlung von Schmerzensgeld zugestimmt. Zudem entschuldigte sich das Unternehmen für die Todesfälle unter seinen Mitarbeitern offiziell.

Nach Krebserkrankungen und Todesfällen unter Hunderten Arbeitern in seinen Chip- und Displayfabriken hat sich der südkoreanische Technologieriese Samsung offiziell entschuldigt. Firmenpräsident Kim Ki Nam äußerte laut südkoreanischen TV-Sendern sein Bedauern darüber, nicht "genug gegen potenzielle Gesundheitsrisiken in den Produktionslinien für Chips und LCD-Bildschirme" getan zu haben. "Wir entschuldigen uns aufrichtig bei denen, die unter Krankheiten gelitten haben sowie bei den Familien."

Samsung stimmte einer Regelung über Schmerzensgeldzahlungen zu. Der Schritt des Marktführers bei Speicherchips, Smartphones und TV-Geräten folgte einem jahrelangen Streit mit Vertretern der Opferfamilien. Beide Seiten hatten in diesem Monat zugestimmt, den Entscheidungen eines Schlichtungskomitees zu folgen und den Streit beizulegen.

Hwang Sang-gi (r), Vater eines ehemaligen Samsung-Fabrikmitarbeiters Hwang Yu-mi, der 2007 an Leukämie starb, reicht Kim Ki Nam, Präsident und CEO von Samsung Electronics, die Hand. | Bildquelle: dpa
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Samsungs Firmenpräsident Kim Ki Nam entschuldigte sich bei Opfern mit Berufskrankheiten und deren Familienangehörigen für die Todes- und Krankheitsfälle.

Schmerzensgeld für jetzige und frühere Mitarbeiter

Samsung erklärte sich unter anderem dazu bereit, in den nächsten zehn Jahren bis zu 116.000 Euro Schmerzensgeld an ehemalige und jetzige Mitarbeiter zu zahlen, wenn deren Erkrankung auf den Umgang mit Chemikalien am Arbeitsplatz zurückgeführt werden kann. Die Regelung gilt für alle, die seit Mai 1984 in den Halbleiter- und LCD-Anlagen gearbeitet haben.

Samsung hatte sich schon einmal im Mai 2014 bei Beschäftigten und ihren Familien entschuldigt, die an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt waren, aber auch betont, der Konzern erkenne keinen Zusammenhang an. Die Gruppe der Unterstützer für die Gesundheit und Rechte der Menschen in der Halbleiterindustrie hat 320 arbeitsbedingte Krankheitsfälle unter Arbeitern in Samsung-Fabriken dokumentiert (Stand: Juni 2018). Von den Opfern seien 118 gestorben.

Samsung plant millionenschweren Fonds

Die Zahlen wurden von Samsung nicht bestätigt. Der Konzern will zudem einen Fonds im Volumen von knapp 39 Millionen Euro für die industrielle Sicherheit und Gesundheit einrichten. Der Skandal geht auf das Jahr 2007 zurück, nachdem eine Arbeiterin bei Samsung an den Folgen von Leukämie gestorben war.

Deren Vater Hwang Sang Gi setzte sich seitdem für die betroffenen Arbeiter und den Familien ein. Er werde die Entschuldigung von Samsung akzeptieren, sagte Hwang. Schadenersatz sei wichtig, doch noch wichtiger sei Prävention. Hwangs Gruppe fordert unter anderem von Samsung offenzulegen, welche Chemikalien beim Produktionsprozess benutzt werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. November 2018 um 12:00 Uhr.

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