Ein leere Ryanair-Schalter am Flughafen Hahn | Bildquelle: REUTERS

Piloten und Flugbegleiter Streiks bei Ryanair haben begonnen

Stand: 12.09.2018 11:04 Uhr

Seit dem frühen Morgen streiken Piloten und Flugbegleiter von Ryanair. Deutschlandweit sollen rund 150 von 400 Flügen ausfallen. Ein längerer Konflikt ist nicht ausgeschlossen.

Seit 3.01 Uhr sind Piloten und Flugbegleiter der irischen Fluggesellschaft Ryanair für 24 Stunden im Ausstand. Deutschlandweit sollen deshalb 150 von 400 Flügen ausfallen. Zu den Streiks hatten die Vereinigung Cockpit (VC) und die Gewerkschaft ver.di an zwölf Flughäfen in Deutschland aufgerufen.

Am Flughafen Köln-Bonn wurden 20 von 56 Ryanair-Flügen annulliert, wie der Flughafen mitteilte. Am Flughafen Frankfurt fielen nach Angaben einer ver.di-Vertreterin fünf von zehn Flügen aus. In Berlin-Schönefeld wurden laut ver.di am Morgen mehr als die Hälfte der Ryanair-Flüge abgesagt.

Streiks bei Ryanair in Deutschland
tagesschau 14:00 Uhr, 12.09.2018

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Ryanair will Kunden per Handy informieren

Wie beim ersten Arbeitskampf Mitte August geht es erneut um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der bislang ohne Tarifvertrag fliegenden Piloten des größten Billigfliegers in Europa. Verhandlungen zwischen den Tarifparteien hatten in den vergangenen Wochen keine Einigung erbracht.

"Wir hoffen, dass dieser Warnstreik deutliche Wirkung zeigt", sagte ver.di-Sprecher Andreas Splanemannh. Zugleich erwarte er, dass Ryanair "sieht, dass die Beschäftigten nicht länger diese miesen Arbeitsbedingungen und schlechten Entgelte hinzunehmen bereit sind".

Erster Schritt zu Tarifvertrag?

Er äußerte die Hoffnung, dass der Streik "der erste Schritt" hin zu einem Tarifvertrag sein könnte. Ryanair scheue sich bislang "wie der Teufel vor dem Weihwasser, deutsches Arbeitsrecht anzuerkennen". Nun seien die Flugbegleiter erstmals bereit, trotz der Drohungen durch das Unternehmen dagegen aufzubegehren.

Längerer Konflikt nicht ausgeschlossen

Das Unternehmen will Informationen zu Ausfällen per Mail und SMS verbreiten, hieß es. Kunden könnten zudem ihre Verbindungen kostenfrei auf die Tage Donnerstag bis Sonntag umbuchen. Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs hatte angekündigt, die betroffenen Kunden würden umgehend informiert und entschädigt.

Die Fluggesellschaft Ryanair hält die Streiks für nicht gerechtfertigt. Sprecher Robin Kiely forderte die deutschen Piloten auf, ihrer Arbeit nachzugehen. "Da wir bereits örtliche Verträge und eine verbesserte Bezahlung angeboten haben, gibt es keine Rechtfertigung für weitere Störungen", erklärte er.

Ryanair droht mit einem Stellenabbau, sollte es weitere Pilotenstreiks geben. Solche Arbeitskampfmaßnahmen würden zur Streichung von Standorten und Stellen für Piloten und Flugbegleiter führen, erklärte Ryanair.

VC-Tarifexperte Ingolf Schumacher schließt einen längeren Konflikt nicht aus: "So lange Ryanair keine verbesserten Angebote macht, muss es notfalls hier auch weitere Streiks geben."

Streik Ryanair
Roman Warschauer, ARD Frankfurt/Main
12.09.2018 09:57 Uhr

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