Eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair am Flughafen Frankfurt am Main. | Bildquelle: dpa

Ankündigung von Cockpit Piloten-Streiks bei Ryanair

Stand: 08.08.2018 11:15 Uhr

Ab dem frühen Freitagmorgen wollen Piloten der Fluggesellschaft Ryanair streiken. Hunderte Flüge fallen aus. Die Airline reagiert mit Drohungen an ihre Mitarbeiter.

Von Jan-Peter Bartels, HR

Die Fronten sind verhärtet. "Die Streiks sind unnötig und unberechtigt, die Forderungen der Piloten teilweise lachhaft", sagt Peter Bellew, Chief Operations Officer von Ryanair. Für die Piloten ist es dagegen eine klare Sache: "Wenn Ryanair sich nicht bewegt, müssen sie damit rechnen, dass es einen Tag gibt, an dem die Flugzeuge mal nicht fliegen."

Geduld hätten sie gezeigt, sagen die Piloten, aber die Airline spiele offenbar auf Zeit: "Ryanair hat zu keinem Zeitpunkt erkennen lassen, an welchen Stellen Spielräume zur Lösungsfindung bestehen. Für die nun eingetretene Eskalation trägt alleine Ryanair die Verantwortung", sagt der Präsident der Pilotengewerkschaft Cockpit, Martin Locher. Die Eskalation, das heißt in diesem Fall: Streik. Ab Freitag, 3:00 Uhr morgens, 24 Stunden lang. Betroffen seien alle Verbindungen, die aus Deutschland abfliegen.

Tarifkonflikt: Streiks bei Ryanair angekündigt
tagesthemen 22:00 Uhr, 08.08.2018, Jan-Peter Bartels, HR

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Mehr sicheres Einkommen, weniger Arbeitsbelastung

Ryanair hatte damit gerechnet. Schon gestern Nachmittag schrieb das Unternehmen auf seiner Webseite, man habe allen Kunden mit Flügen am Freitag angeboten, diese kostenlos zu verschieben: "Ryanair entschuldigt sich aufrichtig für die Unannehmlichkeiten, die diese möglichen Streiks verursachen können."

Heute erklärte das Unternehmen: Am Freitag streiche man 250 Flüge, fast alle der in Deutschland stationierten Maschinen bleiben am Boden. "Diese Streiks müssten nicht passieren, aber vielleicht sind sie Teil der Story, also der Geschichte, die die Gewerkschaft erzählen will," so Bellew. Man sei bereit zu reden.

Auch biete Ryanair gute Arbeitsbedingungen, die Forderungen der Piloten seien kaum nachvollziehbar. Schließlich verdiene ein Ryanair-Pilot bis zu 190.000 Euro, so die Airline.

Die Piloten halten dagegen. Ihnen geht es nicht nur um das maximal Mögliche: Sie wollen mehr Grundgehalt und weniger variable Bestandteile. "Man soll sich auf eine bestimmte Summe verlassen können," sagt Janis Schmitt von Cockpit. Darüber hinaus fordern die Piloten feste Regeln für Transfers und Beförderungen sowie die Zusage, dass Urlaube nicht kurzfristig verschoben oder willkürlich zugeteilt werden.

Auch die Arbeitsbelastung sei ein Thema: ein Pilot darf maximal 900 Stunden in der Luft sein, so will es das Gesetz. "Ryanair versucht, die Piloten maximal an dieses Limit heranzufahren", so Schmitt.  "Dabei sollen diese Vorgaben doch eigentlich eine Bande sein, keine Zielmarke."

Andreas Clarysse, HR, berichtet von der Pressekonferenz bei Ryanair
tagesschau24 14:00 Uhr, 08.08.2018

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Kampf um die öffentliche Meinung

Ryanair will hart bleiben. "Wir werden das Ryanair-Geschäftsmodell nicht verändern, wir werden Low Cost bleiben und keine neue Lufthansa werden," so Bellew. Man werde verhandeln.

Aber der Raum dafür scheint gering, das scheint zwischen den Zeilen durch, als Bellew redet. Er droht: eventuell werde Ryanair eben Arbeitsplätze aus Deutschland in andere Länder verlegen müssen.

Doch auch anderswo häufen sich die Streiks. Am Freitag wollen Piloten auch in Schweden, Belgien und Irland die Arbeit niederlegen. Deswegen hatte Ryanair bereits 146 von rund 2400 geplanten Europaflügen abgesagt, durch den Streik in Deutschland kommen 250 weitere dazu.

Und so stellen Branchenkenner die Frage, ob der Ire nicht zu sehr auf Risiko spielt. ARD-Luftfahrtexperte Michael Immel meint: "O'Leary hat die sozialen Turbulenzen unterschätzt. Er hat in der Vergangenheit gern mit gezinkten Karten gespielt. Im Tarifpoker deutet derzeit nichts darauf hin, dass es zu einer schnellen Einigung kommen könnte. Passagiere müssen daher auch in den nächsten Wochen mit Flugausfällen rechnen."

Für Ryanair-Kunden könnte es also ein heißer Sommer werden. Ihr Unmut entlädt sich in den sozialen Netzwerken. "Eine gefühlt fünf Stunden lange Schlange vor dem Kundenservice, dort sitzen grad mal zwei Leute - trotz 14 annullierter Flüge!" - Solche und ähnliche Kritik liest man viel. Und die Gewerkschaften versuchen, einen Hashtag zu etablieren: #ryanairmustchange. Es ist auch ein Kampf um die öffentliche Meinung, denn die Zahlen von Ryanair und den Gewerkschaften widersprechen sich teils diametral.

Michael O'Leary | Bildquelle: AFP
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Ryanair-Chef Michael O'Leary hat bislang keinerlei Entgegenkommen signalisiert. Damit könnte er sich verkalkuliert haben, meint ARD-Luftfahrtexperte Michael Immel.

"Teilweise hausgemachte" Verspätungswelle

Die Folgen des Zwists: Mehr als 1000 Flüge musste Ryanair allein im Juli annullieren, im vergangenen Jahr waren es lediglich 23. "Seit Monaten ächzen die Ryanair-Passagiere unter einer Verspätungswelle, die teilweise auch hausgemacht ist. Denn die Umläufe der Flugzeuge sind eng getaktet. Das System ist ausgereizt. Wenn aber ein Puzzleteil nicht funktioniert, dann gerät der gesamte Flugplan schnell durcheinander. Die Folge sind Verspätungen, Flugausfälle und genervte Kunden," analysiert Immel.

So wird es wohl auch am Freitag kommen. Selbst wenn die Airline versucht die Auswirkungen gering zu halten, indem sie die Kunden vorab informiert und anbietet, Flüge kostenlos umzubuchen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. August 2018 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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