Injektionsnadeln vor den Logos von Pfizer und Biontech | Bildquelle: REUTERS

US-Präsident Trump Erneut Vorwürfe gegen Impfstoffentwickler

Stand: 21.11.2020 05:44 Uhr

US-Präsident Trump hat Pharmaunternehmen erneut vorgeworfen, die Veröffentlichung von Impfstoff-Daten bewusst verzögert zu haben, um ihm bei der Wahl zu schaden. Als Grund vermutet er seine Pläne für eine Absenkung der Arzneimittelkosten.

US-Präsident Donald Trump hat dem Pharmakonzern Pfizer vorgeworfen, die Veröffentlichung von Daten zu seinem künftigen Corona-Impfstoff bewusst verzögert zu haben, um ihm bei der Wahl zu schaden. "Pfizer und andere haben sogar beschlossen, die Ergebnisse ihrer Impfstoffe nicht zu prüfen, in anderen Worten: erst direkt nach der Wahl einen Impfstoff herauszubringen", sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Sie haben gewartet und gewartet und gewartet."

Ursprünglich hätten die Pharmakonzerne ihre Daten im Oktober vorlegen wollen, sagte Trump. "Aber sie haben beschlossen, es zu verschieben." Grund seien seine Pläne für eine Absenkung der Arzneimittelkosten, die er vorstellte, so Trump. Er habe damit die Pharmabranche gegen sich aufgebracht.

Hätten die Pharmakonzerne bereits vor der Präsidentschaftswahl vom 3. November ihre guten Ergebnisse zur Wirksamkeit ihrer Impfstoff-Kandidaten bekanntgegeben, hätte das "wahrscheinlich einen Einfluss" auf die Wahl gehabt, schlussfolgerte Trump.

Trump: "Big Pharma gegen uns"

Pfizer und das deutsche Partnerunternehmen Biontech hatten am 9. November verkündet, dass ihr Corona-Impfstoff-Kandidat eine Wirksamkeit von über 90 Prozent besitze. Am 16. November dann erklärte die US-Biotech-Firma Moderna, ihr Impfstoff-Kandidat habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent.

Pfizer und Biontech, die inzwischen von einer Wirksamkeit von 95 Prozent sprechen, reichten gestern bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einen Antrag auf eine Notfallzulassung ein, die binnen Wochen erteilt werden könnte.

Trump sagte, bereits im Wahlkampf habe die Pharmalobby "Millionen von Dollar" für Werbung gegen ihn ausgegeben. "Wir hatten Big Pharma gegen uns." Er sprach von "korrupten Spielen".

Trump besteht weiterhin auf Wahlsieg

Trump behauptete zugleich erneut, in Wirklichkeit habe ohnehin er die Wahl gewonnen. Fragen von Journalisten beantwortete der abgewählte Präsident während der Pressekonferenz nicht. Trump hat seine Wahlniederlage gegen den Demokraten Joe Biden bislang nicht eingestanden. Der Amtsinhaber spricht von angeblichem Wahlbetrug. Wahlbehörden und Experten widersprechen entschieden und betonen, Biden habe die Wahl rechtmäßig gewonnen.

In den USA sind bereits mehr als 253.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektionen gestorben, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle ist mit mehr als 11,8 Millionen ebenfalls die höchste weltweit.

Biontech und Pfizer beantragen Not-Zulassung für Corona-Impfstoff
Antje Passenheim, ARD New York
20.11.2020 13:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. November 2020 um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr.

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