Opelwerk in Kaiserslautern | Bildquelle: dpa

Verkehrsministerium Rückruf von Opel-Dieseln steht "kurz bevor"

Stand: 15.10.2018 16:40 Uhr

Auch Opel steht im Verdacht, die Abgase bei Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Nun soll das Kraftfahrt-Bundesamt den Rückruf von rund 100.000 Diesel-Fahrzeugen anordnen. An zwei Standorten gab es Razzien.


Im Abgasskandal gerät nun auch Opel immer stärker unter Druck. Nach den Razzien an zwei Unternehmensstandorten will das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für den Autobauer einen Rückruf von rund 100.000 Diesel-Fahrzeugen anordnen. Nach Auffinden einer Abschalteinrichtung der Abgasreinigung, die das KBA als unzulässig eingestuft habe, stehe der amtliche Rückruf "kurz bevor", teilte das Bundesverkehrsministerium mit.

KBA beklagt Verschleppung der angeordneten Maßnahmen

Das KBA habe Ende 2015 bei Opel Abschalteinrichtungen gefunden, bei denen das Ministerium von Anfang an Zweifel zur Zulässigkeit hatte, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Das KBA habe für die vier damals bekannten Abschalteinrichtungen Anfang 2016 eine freiwillige Servicemaßnahme mit Software-Updates angeordnet. "Die Durchführung dieser Servicemaßnahme wurde von Opel lange verschleppt", sagte der Sprecher. Deshalb seien bisher nur etwa 70 Prozent der geforderten Software-Updates bei den betroffenen Modellen Cascada, Insignia, Zafira durchgeführt worden.

"Nach Auffinden einer fünften Abschalteinrichtung Anfang 2018, welche das KBA als unzulässig eingestuft hat, läuft eine amtliche Anhörung mit dem Ziel, die nun in den Medien zitierten Modelle Cascada, Insignia und Zafira mit einem verpflichtenden Rückruf zu versehen", hieß es. Auch diese Anhörung werde durch Opel mit immer neuen technischen Argumenten zeitlich verschleppt. "Der amtliche Rückruf der betroffenen rund 100.000 Fahrzeuge steht nunmehr kurz bevor."

Schild des Kraftfahrt-Bundesamts vor dem Gebäude
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Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte bereits Servicemaßnahmen angeordnet - und beklagt ständige Verschleppung durch den Konzern.

Razzien in Rüsselsheim und Kaiserslautern

Das KBA habe die Staatsanwaltschaft Frankfurt im April 2018 über Anhaltspunkte des Vorliegens unzulässiger Abschalteinrichtungen bei Fahrzeugen von Opel informiert. Am Vormittag hatten Ermittler Geschäftsräume des im vergangenen Jahr vom französischen PSA-Konzern übernommenen Unternehmens in Rüsselsheim und Kaiserslautern durchsucht. "Wir ermitteln wegen des Anfangsverdachts des Betruges wegen Inverkehrbringens von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Abgas-Software", so Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

Der Autobauer beharrt darauf, dass seine Fahrzeuge den geltenden Vorschriften entsprechen. Das Unternehmen bestätigte staatsanwaltschaftliche Untersuchungen an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern. Hintergrund sei ein "Ermittlungsverfahren zum Thema Emissionen". Man kooperiere im vollen Umfang mit den Behörden.

Ähnliche Razzien hatte es unter anderem bei Marken des VW-Konzerns und bei BMW gegeben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Oktober 2018 um 17:00 Uhr.

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