Schild mit "Einfach online bestellen" | picture alliance / Hauke-Christi

Coronaepidemie in Deutschland Auch der Onlinehandel leidet

Stand: 06.04.2020 15:45 Uhr

Die Geschäfte sind geschlossen, shoppen gehen fällt aus während der Coronakrise. Da könnte man meinen, dass der Onlinehandel nur so brummt. Doch auch der Versandhandel verzeichnet einen Umsatzrückgang.

Der Onlinehandel profitiert in der Coronakrise unter dem Strich nicht von den Ladenschließungen - sondern büßt sogar spürbar Umsatz ein. Im März seien die Einnahmen im Vorjahresvergleich um gut 18 Prozent gesunken, teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) mit.

Onlinehandel nicht der Gewinner

"E-Commerce ist heute ein normaler Einkaufskanal. Deshalb wirkt sich solch eine Krise in der Konsumstimmung voll auf unsere Branche aus", sagte bevh-Präsident Gero Furchheim. Deshalb sei die Behauptung, der E-Commerce würde pauschal als "Gewinner" aus der Corona-Pandemie hervorgehen, "schlicht falsch", betonte Furchheim.

Weniger Bekleidung, Elektronik und Reisen

Bei der Bekleidung sank der Umsatz im März um mehr als 35 Prozent und in der Unterhaltungselektronik um knapp 21 Prozent. Computer und Zubehör verzeichnete - trotz der Ausgaben für Homeoffice-Lösungen - einen Rückgang um 22,7 Prozent. Dramatische Verluste erlitten die Dienstleistungen, die insbesondere von Online-Buchungen für Reisen, Veranstaltungen oder Flugtickets geprägt sind. Sie stürzten im März um mehr als 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab.

Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente legten zu

Zu Jahresbeginn hatte der gesamte Handel im Internet noch spürbar zulegt. Mit Blick auf den Einbruch im März erklärte der Verband: "Damit sind fast alle Zuwächse, die der Onlinehandel im Januar und Februar erzielt hatte, vernichtet worden." Im ersten Quartal lagen die Umsätze 1,5 Prozent im Plus bei 16,5 Milliarden Euro.

Nur die Waren, die auch im stationären Einzelhandel stark nachgefragt wurden, konnten deutliche Zuwächse verzeichnen: Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente und Do-it-yourself- oder Baumarkt-Sortimente. Spitzenreiter waren Medikamente mit 88 Prozent Umsatzplus, bei Nahrungsmitteln gab es einen Anstieg von rund 56 Prozent.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. April 2020 um 15:45 Uhr.

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KOMMENTARE

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Anna-Elisabeth 06.04.2020 • 20:57 Uhr

@19:38 von Wegelagerer34

"Als zufriedener Ostdeutscher, der nicht arm und zweitklassig ist, wie so viele andere hier, brauche ich keine Fremdbespaßung und materiellen Ersatz für durch Abrackern entgangene Lebensfreude. Paddeln, wandern, angeln, joggen, Rad fahren, lesen, kochen und backen, im Garten und am Haus werkeln u.v a.m. kostet wenig, macht zufrieden, ist gesund und auch jetzt möglich." Klingt gut - wenn Haus und Grundstück Ihnen gehören, alles abbezahlt ist und Sie ein sicheres Einkommen haben oder Rente beziehen. Damit sind Sie aber bereits privilegiert. Halten Sie alle anderen ernsthaft für zweitklassig? Ist das jetzt ostdeutsche Überheblichkeit oder wollen Sie nur provozieren? Mussten Sie nie für Ihre jetzigen Privilegien arbeiten? Da könnte man auf die Idee kommen, Ihren Nick wörtlich zu nehmen.