Maschine der insolventen Airline Niki | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Insolvente Air-Berlin-Tochter Ryanair bietet doch nicht für Niki

Stand: 21.12.2017 16:06 Uhr

Der irische Billigflieger Ryanair hat sich aus dem Bieterrennen um die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki wieder verabschiedet. Dagegen gab der österreichische Unternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda ein Angebot für die Airline Niki ab.

Im Rennen um die insolvente Air-Berlin-Tochterfirma Niki will der irische Billigflieger Ryanair doch kein Angebot mehr vorlegen. "Bedauerlicherweise herrscht Unklarheit über die Vermietung von Lufthansa-Flugzeugen an Niki, und diese konnten nicht rechtzeitig behoben werden", sagte Ryanair-Sprecher Robin Kiely.

Auch das Bieterkonsortium Zeitfracht/Nayak bietet nicht mehr mit. Dagegen gab der österreichische Unternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda vor Ablauf der Bieterfrist ein Angebot für die Airline Niki ab, die er selbst 2003 gegründet hatte.

Niki Lauda | Bildquelle: dpa
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Niki Lauda hat weiter Interesse an einer Niki-Übernahme

Kaufvertrag bis Jahresende

Niki soll binnen zehn Tagen einen neuen Eigentümer finden. "Wir versuchen, bis Ende des Jahres einen unterschriftsreifen Kaufvertrag zu bekommen", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther der Nachrichtenagentur Reuters. Die für die Käufer wertvollen Star- und Landerechte drohten nicht mehr zu verfallen.

"Mit dem Wohlwollen der österreichischen Luftfahrtbehörde bleiben die Slots von Niki lange genug erhalten", sagte Flöther. Dem Gläubigerausschuss von Niki will Flöther nach Durchsicht aller eingehenden Angebote am Freitag eine Empfehlung vorlegen. "Dort soll es eine Weichenstellung geben, mit welchen Bietern wir weiter verhandeln."

Weitere Interessenten

Neben Gründer Niki Lauda zeigten offenbar auch die Condor-Mutter Thomas Cook, der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG und die kleine Schweizer Chartergesellschaft PrivatAir Interesse.

Ein leerer Niki-Flugschalter | Bildquelle: REUTERS
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Niki galt als besonders attraktiver Unternehmensteil der Air Berlin.

Die Fluggesellschaft mit 21 Flugzeugen sollte eigentlich von Lufthansa übernommen werden, der Konzern zog sein Angebot aber wegen Bedenken der EU-Wettbewerbsbehörde zurück. Niki mit seinen 1000 Beschäftigten galt als besonders attraktiver Unternehmensteil der Air Berlin.

Nach dem Rückzug der Lufthansa meldete sie in der vergangenen Woche Insolvenz an.

Niki und deren ebenfalls insolvente Mutter Air Berlin hatten zuletzt keine eigenen Maschinen mehr besessen, sondern die gesamte Flotte von Leasingfirmen gemietet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. Dezember 2017 um 13:38 Uhr.

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