Ein Passagierflugzeug startet vom dem Flughafen. Im Hintergrund ist ein Flugzeug im Landeanflug | Bildquelle: picture alliance/dpa

Zweiter Luftfahrtgipfel Schlechte Aussichten für Fluggäste

Stand: 28.03.2019 08:51 Uhr

Tausende Flugpassagiere mussten im vergangenen Jahr Verspätungen und Ausfälle hinnehmen. Ein Luftfahrtgipfel beschloss Gegenmaßnahmen. Heute wird Bilanz gezogen - Anlass zu Optimismus gibt es nicht.

Von Michael Immel, ARD-Luftfahrtexperte

Das Drama im vergangenen Jahr zeigte eine Mischung aus Planungsfehlern der Airlines, die sich nach der Air-Berlin-Pleite neu aufgestellt hatten, verknüpft mit personellen Engpässen bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) und Wetterextremen. All das traf auf eine Flughafeninfrastruktur, die hier und da am Limit agiert - was viele Kunden schon an den Fluggast-Kontrollstellen verzweifeln lässt.

ARD-Luftfahrtexperte Michael Immel zieht Bilanz über den Luftfahrtgipfel
tagesschau24 11:00 Uhr, 28.03.2019

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Allen Beteiligten war schnell klar: Das Vertrauen der Passagiere muss zurückgewonnen werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erklärte das Thema zur Chefsache. Im vergangenen Oktober holte er Wirtschaft und Politik in Hamburg an einen Tisch.

Mit ausreichend Druck im Kessel verabschiedete der Luftfahrtgipfel 25 Maßnahmen gegen Verspätungen und Flugausfälle. "Eine Saison wie im Sommer 2018 darf sich nicht wiederholen und da ziehen alle an einem Strang", so Scheuer nach dem Treffen. Doch wie steht es um das Versprechen?

Heute kommen in der Hansestadt erneut die Spitzenvertreter zusammen. Der zweite Luftfahrtgipfel, der überprüfen soll, was sich getan hat. Der im Vorfeld abzustimmende Pressetext kursiert seit Tagen zwischen Politik und Wirtschaft. Das Treffen soll Entschlossenheit vermitteln. Auffällig: Auch diesmal sitzen keine Gewerkschaften mit am Tisch. Dabei kommen gerade von dort kritische Töne.

Luftfahrtgipfel zieht Bilanz: Zu viele Flüge, Flugausfälle, zu wenige Fluglotsen
tagesthemen 22:15 Uhr, 28.03.2019, Andreas Hilmer, NDR

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Personalmangel bei der Flugsicherung

Am Himmel wird es erneut eng. Die Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) rechnet mit "keinerlei Verbesserung der Verspätungssituation". "Ganz im Gegenteil", klagt der Bundesvorsitzende Matthias Maas: "Sollte sich der Verspätungsanteil der DFS in diesem Jahr nicht mehr als verdoppeln, so könnte man das schon als einen Erfolg bezeichnen - allerdings erscheint diese Erwartung unrealistisch."

Maas rechnet sogar damit, dass jeder Überflug durchschnittlich mindestens fünf Minuten Verspätung haben wird. Das kann ganze Flugpläne durcheinanderwirbeln. "Allein im Center Karlsruhe, das den oberen Luftraum steuert, fehlen 140 Lotsen", sagte Maas im Gespräch mit tagesschau.de.

Er kritisiert Managementfehler an höchster Stelle der DFS und klagt über "jahrelang verfehlte Sparpolitik". Es habe Zeiten gegeben, da seien mehr als 200 Lotsen ausgebildet worden. In den zurückliegenden Jahren habe die Zahl der Akademie-Absolventen aber bei um die 50 gelegen. Der Lotsenmangel sei kurzfristig nicht zu beheben, sagt Maas. Jetzt würden Lotsen aufgefordert, im Sommer Überstunden einzulegen. Die Gespräche von DFS und GdF dazu sind vom Arbeitgeber aber erst im April geplant.

Was wurde beim ersten Gipfel vereinbart?

Beim ersten Luftfahrtgipfel im Oktober 2018 haben Wirtschaft und Politik insgesamt 25 Maßnahmen beschlossen, um Verspätungen und Flugausfälle zu verringern.

So sollten etwa die Flughäfen mehr Flächen für Sicherheitskontrollen bereitstellen und das Personal dafür in Spitzenzeiten verstärken. Die Aufgabenteilung zwischen Bundesbehörden und Flughäfen sollte flexibler geregelt werden.

Die Airlines versprachen, ihre Planung zu verbessern und die Maschinen vorausschauend zu warten. Sie wollten auch die Flugpläne entzerren. Vor allem aber sollten sie die Passagiere frühzeitig und umfassend über Ausfälle und Verspätungen informieren.

Bund und Länder wollten außerdem dafür sorgen, dass mehr Fluglotsen ausgebildet werden und diejenigen, die in der Flugsicherung arbeiten, von Sonderaufgaben entlastet werden. Der Bund verspach zudem, sich für eine bessere europäische Zusammenarbeit einzusetzen.

Für einen nicht näher definierten Übergangszeitraum sollten Flugzeuge auch niedrigere Flughöhen nutzen dürfen. Auch die Automatisierung der Sicherungsdienste sollte mehr Kapazitäten freisetzen.

Airlines planen mit Ersatzflugzeugen

Als "Flaschenhals" bezeichnet auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr den DFS-Standort in Karlsruhe. Zu tagesschau.de sagt er: Ein Drittel der Verantwortung würden die Airlines selbst tragen, ein Drittel die Flugsicherung und ein Drittel die Flughäfen. "Wenn der letzte Sommer einen guten Aspekt hatte, dann dass alle wach geworden sind - in der Branche und auch in der Politik."

Sein Ausblick für den kommenden Reisesommer gibt wenig Anlass für Optimismus: "Ich befürchte, es wird besser, aber es wird nicht gut". Lufthansa habe 37 Ersatzflugzeuge eingeplant, 15 mehr als im Vorjahr. Außerdem seien 700 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden. "Ich glaube, die Awareness ist da. Jetzt geht’s um die Umsetzung."

Carsten Spohr | Bildquelle: dpa
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Lufthansa-Chef Spohr glaubt nicht an eine kurzfristige Verbesserung.

"Hausaufgaben gemacht", heißt es auch vollmundig bei TUIfly. Oliver Lackmann, der Chef des Ferienfliegers, kritisiert: "Wir haben nach wie vor Engpässe bei der Flugsicherung und sehen weiterhin logistische Schwierigkeiten an den Airports bei gleichzeitigem Wachstum des Luftverkehrs. Das lässt sich nicht von heute auf morgen ändern", urteilte der Airline-Manager bereits Anfang März im Berliner "Tagesspiegel".

Was sich längst abzeichnet: Nach dem Rekord ist vor dem nächsten Rekord. Im Jahr 2018 hat die DFS 3,4 Millionen Flugbewegungen gezählt. Für dieses Jahr wird im deutschen Luftraum eine Steigerung um bis zu vier Prozent erwartet. Und so wird die bevorstehende Reisewelle zu Ostern zum ersten Prüffall.

Flugverspätungen 2018 bei Kontrollzentren der Deutschen Flugsicherung
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Der Verspätungsanteil der Deutschen Flugsicherung droht zuzunehmen: 2018 kamen bereits mehr als fünf Millionen Minuten zusammen. Das Kontrollzentrum Karlsruhe, das die meisten Flugbewegungen gemanagt hat, geht Gewerkschafts-Prognosen zufolge für 2019 von fünf Minuten Verspätung pro Flug aus.

Überlastete Flughafenkontrolleure

Das Augenmerk wird dabei vor allem auf die langsamen Fluggastkontrollen fallen. Im internationalen Vergleich, an den Flughäfen Amsterdam oder London, werden in der Stunde teilweise doppelt so viele Passagiere kontrolliert wie am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt.

Neue Anlagen für schnellere Passagier-Kontrollen samt Überholmöglichkeiten: Erfolgreiche Tests gab es schon vergangenes Jahr am Flughafen Köln/Bonn. Die mittlerweile abgebaute Anlage steht dort aber inzwischen im Keller.

Derweil läuft in München gerade ein Modellversuch mit neuen Gepäck-Scannern. Dort müssen Laptops und Flüssigkeiten nicht mehr aus dem Koffer raus. Und am Airport Frankfurt sollen neun neue Kontrollspuren für Passagiere ab Mitte Juli einsatzbereit sein. 180 Spuren arbeiten aber im alten Takt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. März 2019 um 06:41 Uhr (Wirtschaft), um 07:15 Uhr (Nachrichten) und 07:38 Uhr.

Korrespondent

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