Eine Anzeigetafel am Frankfurter Flughafen | Bildquelle: dpa

Luftfahrt-Gipfel Paket gegen Verspätungen und Flugausfälle

Stand: 05.10.2018 14:46 Uhr

Mehr Fluglotsen, raschere Passagierkontrollen, bessere Planung: Vertreter von Politik und Wirtschaft haben beim Luftfahrt-Gipfel 25 Maßnahmen beschlossen, um Verspätungen und Ausfälle zu reduzieren.

Beim Luftfahrt-Gipfel in Hamburg haben Wirtschaft und Politik Maßnahmen beschlossen, um Verspätungen und Flugausfälle zu verringern. Eine Situation wie in diesem Sommer - mit Hunderten gestrichenen Flügen und gestrandeten Passagieren - dürfe sich nicht wiederholen, betonte Verkehrsminister Andreas Scheuer. Der Luftfahrt-Gipfel habe daher insgesamt 25 Maßnahmen vereinbart.

Mehr Personal in Spitzenzeiten

So sollen etwa die Flughäfen laut Abschlusserklärung mehr Flächen für Sicherheitskontrollen bereitstellen und das Personal dafür in Spitzenzeiten verstärken. Sie sollen die "Zuführung der Fluggäste zu allen Kontrollstellen" optimieren, hieß es. Die Aufgabenteilung zwischen Bundesbehörden und Flughäfen soll flexibler geregelt werden.

Carsten Spohr, Klaus-Dieter Scheurle, Peter Tschetscher, Andreas Scheuer, Armin Lascher, Stefan Schulte | Bildquelle: dpa
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Vertreter von Politik und der Luftfahrt-Branche trafen sich im Hamburger Rathaus.

Die Airlines versprachen, ihre Planung zu verbessern und die Maschinen vorausschauend zu warten. Sie wollen die Flugpläne entzerren. Vor allem aber sollen sie die Passagiere frühzeitig und umfassend über Ausfälle und Verspätungen informieren. Informationen zu Beschwerden, Entschädigung und Schlichtung sollen die Fluggäste übersichtlich online finden können. "Rotgepäck", also eingeladene Koffer von Reisenden, die den Flug nicht erreichen, soll nicht mehr in jedem Fall ausgeladen werden.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte, sein Unternehmen werde zusätzliche Flugzeuge und Crews an den großen deutschen Flughäfen bereitstellen und insgesamt 600 zusätzliche Stellen für die Verbesserung der Qualität schaffen. Die Lufthansa habe in diesem Sommer rund 250 Millionen Euro für Zahlungen an die Passagiere ausgegeben und sei bereit, die gleiche Summe zu investieren.

Mehr Fluglotsen

Bund und Länder wollen laut Abschlusserklärung außerdem dafür sorgen, dass mehr Fluglotsen ausgebildet werden und diejenigen, die in der Flugsicherung arbeiten, von Sonderaufgaben entlastet werden. Sie sollen zudem freiwillige Überstunden machen können. Für einen nicht näher definierten Übergangszeitraum sollen Flugzeuge auch niedrigere Flughöhen nutzen dürfen. Auch die Automatisierung der Sicherungsdienste soll mehr Kapazitäten freisetzen.

Der Bund verspricht zudem, sich für eine bessere europäische Zusammenarbeit einzusetzen. So könnte die Personalplanung und Struktur der Flugsicherung in Europa auf EU-Ebene neu geregelt werden. Bislang ist die Bundespolizei für die Personenkontrollen zuständig, die wiederum private Dienstleister beauftragt. Flughafen-Betreiber wollen diese Dienstleister künftig selber beauftragen können.

Die von Verbraucherschützern und Politikern geforderte Stärkung von Fluggastrechten stand nicht im Mittelpunkt des Gipfels. Vielmehr gehe es zunächst darum, Verbesserungen innerhalb des Systems zu erreichen, um die Leistungsfähigkeit zu verbessern, sagten die Teilnehmer.

Entwicklung des Flugverkehrs in Deutschland
tagesschau 20:00 Uhr, 05.10.2018, Sebastian Kisters, HR

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Besonders viele Ausfälle

In diesem Jahr und besonders in der Hauptreisezeit im Sommer mussten die Fluggesellschaften wegen Sicherheitspannen, Streiks und Personalmangels Hunderte Flüge streichen. Viele Maschinen starteten und landeten mit Verspätungen. Die Zahl der betroffenen Passagiere war deutlich höher als im Vorjahr. Dazu kämen langfristige Herausforderungen wie steigende Fluggastzahlen und Extrem-Wetterlagen, wie Scheuer sagte.

Eingeladen zu dem Gipfel hatte Hamburg, das derzeit den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz hat. Der Regierende Bürgermeister Peter Tschentscher sagte nach dem Treffen, es werde nicht so sein, "dass wir ab morgen keine Verspätungen mehr haben". Das Ziel, Verspätungen und Ausfälle zu verringern, könne aber gemeinsam erreicht werden. Scheuer kündigte ein Folgetreffen vor dem Sommerflugplan im März kommenden Jahres an. Teilnehmer waren neben Scheuer Lufthansa-Chef Spohr, der Chef der Deutschen Flugsicherung, Klaus-Dieter Scheurle, sowie der Chef der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, Stefan Schulte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2018 um 07:00 Uhr.

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