Schild an geschlossenem Laden in Corona-Pandemie | dpa

BIP schrumpft um 250 Milliarden "Ein Schock, der seinesgleichen sucht"

Stand: 14.03.2021 10:49 Uhr

Ein Jahr mit zeitweisen Lockdowns hat der deutschen Wirtschaft schwere Verluste beschert: Die Kosten belaufen sich laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft inzwischen auf eine viertel Billion Euro.

Geschäfte dicht, Restaurants und Hotels geschlossen, keine Messen und Kulturveranstaltungen mehr, kaum noch Reisen und Millionen Menschen in Kurzarbeit: Es ist jetzt genau ein Jahr her, dass Deutschland in den ersten Lockdown ging. Dieser zeitweise Stillstand durch die Pandemie ist Handel, Industrie und Gewerbe teuer zu stehen gekommen, zeigt eine neue Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).

Allein das erste Quartal des Jahres 2021 kostet die deutsche Wirtschaft demnach rund 50 Milliarden Euro. Insgesamt beläuft sich der Wohlfahrtsverlust bislang auf 250 Milliarden Euro. Grundlage für die Rechnung ist die Modellierung des Konjunkturverlaufs in einer Welt ohne Corona und der Vergleich mit der tatsächlichen Entwicklung.

Tausende Firmenpleiten und "Zombieunternehmen"

Viele Unternehmen hätten der Krise trotz der Insolvenzaussetzung und der Staatshilfen nicht standhalten können: 2020 gingen laut IW etwa 16.300 Unternehmen pleite. Dazu kämen weitere 5000 "Zombieunternehmen": Das sind Firmen, die durch Hilfen künstlich am Leben gehalten werden, für die es aber kaum eine Perspektive gibt. Die Bundesregierung hatte wegen der Corona-Pandemie die Pflicht zur Anmeldung von Firmenpleiten ausgesetzt und diese Frist zuletzt noch einmal bis Ende April verschoben.

Kritik an zu langsamen Hilfen

"Die Corona-Krise war und ist ein Schock für die deutsche Wirtschaft, der seinesgleichen sucht", sagt IW-Direktor Michael Hüther. Die Hilfspakete der Bundesregierung und das Kurzarbeitergeld hätten zwar schlimmere Folgen abwenden können. "Allerdings haben die Auszahlungen der Hilfen lange, teilweise zu lange, auf sich warten lassen. Diese harte Phase haben nicht alle Unternehmen meistern können. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Impfgeschwindigkeit erhöht, sodass die Unternehmen endlich begründete Zuversicht und Planungssicherheit haben."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. März 2021 um 10:00 Uhr.