Lastwagen stauen sich auf der Autobahn A12 in Richtung Polen vor dem deutsch-polnischen Grenzübergang | Bildquelle: dpa

Versprechen der Hersteller Von 2040 an keine Diesel-Lkw mehr

Stand: 15.12.2020 15:13 Uhr

Die führenden europäischen Lkw-Hersteller wollen von 2040 an nur noch fossilfreie Trucks verkaufen. Das sei nötig, um die für 2050 angestrebte Klimaneutralität zu erreichen.

In einer gemeinsamen Erklärung haben sich die im Verband der Europäischen Autoindustrie (ACEA) organisierten Nutzfahrzeughersteller verpflichtet, von 2040 an nur noch fossilfreie Lkw zu produzieren - also Fahrzeuge, die mit Strom, Wasserstoff oder Bio-Kraftstoffen fahren.

Dieses Ziel sei notwendig, um die für 2050 von der Europäischen Union angepeilte Klimaneutralität zu erreichen, heißt es in der Erklärung von Daimler, Scania, MAN & Co. Dazu haben sich die Hersteller mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zusammengetan.

Die Politik soll helfen

"Wenn der Straßengüterverkehr seine Rolle im Dienste der Gesellschaft beibehalten soll, müssen wir so schnell wie möglich von fossilen Brennstoffen wegkommen", sagte Henrik Henriksson, Vorsitzender des ACEA-Nutzfahrzeugausschusses und Vorstandschef von Scania.

Und weiter: "Wir sind nicht nur davon überzeugt, dass es notwendig ist; wir wissen auch, dass es möglich ist. Und wir sind bereit, es zu verwirklichen. Aber wir können es nicht alleine tun, wir brauchen die politischen Entscheidungsträger und andere Interessenvertreter, die sich mit uns zusammentun."

Diesel muss teurer werden

Gemeinsam skizzieren ACEA und PIK den Fahrplan, stellen jedoch auch eine Reihe von Bedingungen. Dazu gehört etwa die Frage nach der Einführung von CO2-abhängigen Mautgebühren. Auch sollten klimafreundliche Fahrzeuge generell niedriger besteuert werden als andere.

Entscheidend für den Betrieb von emissionsarmen und emissionsfreien Schwerlastfahrzeugen sei zudem die Errichtung eines dichten Netzes von Lkw-tauglichen Lade- und Betankungssäulen. Eines der wirksamsten Instrumente für klimaneutralen Güterverkehr auf der Straße ist nach Angaben des Branchenverbandes eine höhere Besteuerung von Fahrzeugen mit schlechten CO2-Werten, "da emissionsfreie Fahrzeuge einfach nicht durchstarten werden, solange Diesel billiger bleibt".

Steuererleichterungen gefordert

"Die Wissenschaft zeigt uns, dass wir heute handeln müssen, wenn wir das Überschreiten gefährlicher Kipp-Punkte im Erdsystem vermeiden wollen. Dazu müssen wir alle verfügbaren Lösungen kombinieren, um einen schnellen Wechsel zur Kohlenstoff-Neutralität zu erreichen", betont der Wissenschaftler Johan Rockström vom PIK.

Damit erhöhen die Lkw-Hersteller den Druck auf die EU-Kommission und die nationalen Regierungen. So fordert die Branche auf dem Weg zur Klimaneutralität ganz unverhohlen finanzielle Hilfen. Überraschend ist das nicht, sind doch die Lkw-Hersteller durch die Corona-Krise selbst in Bedrängnis geraten. Um dennoch die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, brauchen sie Unterstützung von Seiten der Politik, etwa in Form von Steuererleichterungen für emissionsneutrale Fahrzeuge.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Dezember 2020 um 11:20 Uhr in der Wirtschaft.

Darstellung: