Die Warenhäuser Karstadt und Kaufhof stehen in der Moselstadt Trier nebeneinander | Bildquelle: dpa

Kartellamt stimmt zu Karstadt und Kaufhof dürfen fusionieren

Stand: 09.11.2018 10:46 Uhr

Das Bundeskartellamt hat die Fusion von Karstadt und Kaufhof genehmigt. Die Wettbewerbshüter haben keine Bedenken. Damit könnte es mit dem neuen Joint Venture der Warenhäuser nun sehr schnell gehen.

Der Fusion der beiden letzten großen Warenhausketten Deutschlands, Karstadt und Kaufhof, steht nichts mehr im Wege. Das Bundeskartellamt hat dem geplanten Zusammenschluss zugestimmt und sah von Auflagen oder einer vertieften Prüfung ab. Für seine Prüfung hatte die Behörde rund 100 Handelsunternehmen und Lieferanten, darunter die größten Online-Händler und stationären Händler in Deutschland, befragt.

Das Amt habe bei der Fusion keine wettbewerblichen Bedenken, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, weder aufseiten der Verbraucher noch für die Hersteller. Er führte als Begründung etwa den Online-Handel an, durch den Konsumenten eine immer größere Bandbreite an Alternativen auf dem Markt hätten.

Damit könnte die Fusion noch in diesem Monat vollzogen werden, rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft.

Achterbahnfahrt bis zur Fusion

Lange war um den Zusammenschluss der beiden Häuser gerungen worden. Bereits 2015 hatte der österreichische Karstadt-Eigentümer René Benko Pläne geäußert, den Konkurrenten übernehmen zu wollen. Und dann waren die Verhandlungen mit dem kanadischen Mutterkonzern von Kaufhof, Hudson's Bay Company (HBC) um das geplante Joint Venture aus Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport immer wieder ins Stocken geraten.

Allein in diesem Jahr hatten die beiden Konzerne eigentlich schon Anfang Juli bekannt gegeben, dass man sich nun endlich einig sei und die Eckpunkte für die Fusion festgelegt habe. Nur noch die Details müssten geklärt werden - und eben die Behörden zustimmen.

Doch dann der Rückwärtsschritt: Ein Bankenkonsortium drohte alle Pläne zu kippen. Der Grund war ein alter Kredit, mit dem HBC vor Jahren rund 40 Kaufhof-Immobilien finanziert hatte. Das Konsortium drohte nun, die noch ausstehenden Zahlungsforderungen von rund 1,3 Milliarden Euro einzufordern. Dabei waren es doch gerade die maroden Geschäftsbilanzen beider Warenhäuser, die den Gedanken der Fusion erst hervorgerufen hatten. Im September konnten Kaufhof und Karstadt schließlich aufatmen: Mit den Banken gab es einen Kompromiss und so stand die Fusion wieder auf sicheren Füßen.

Neuer Konzern soll mehr als 230 Standorte betreiben

2015 wurde Kaufhof von HBC übernommen, doch danach sackten die Umsätze weiter in den Keller. Derzeit berät Kaufhof mit der Gewerkschaft ver.di, wie der Konzern saniert werden könnte. Auch bei Karstadt sah es lange nicht rosig aus. Jahrelang schrieb die Kette rote Zahlen.

Kaufhof betreibt in Deutschland 96 Filialen, zu Karstadt unter dem österreichischen Eigentümer René Benko zählen 82 Warenhäuser. Der neue Einzelhandels-Riese wird europaweit 243 Standorte haben und insgesamt rund 32.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Mehrheit der Anteile am neuen Unternehmen liegt künftig bei der Signa-Holding des Karstadt-Eigentümers: Sie erhält 50,01 Prozent, HBC 49,99 Prozent.

Über dieses Thema berichtete am 09. November 2018 tagesschau24 um 10:00 Uhr und die tagesschau um 10:42 Uhr.

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