In einem Hafen im chinesischen Qingdao werden Container verladen. | Bildquelle: dpa

Weltwirtschaftsbericht IWF schwächt Konjunkturprognose weiter ab

Stand: 09.04.2019 16:21 Uhr

Handelskonflikte, Brexit und schwächelnde Eurozone - der IWF korrigiert seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum weiter nach unten. Ab 2020 soll aber wieder ein stabiles Niveau erreicht werden.

Nach zwei Jahren des Aufschwungs verlangsamt sich das globale Wirtschaftswachstum. Das geht aus dem in Washington veröffentlichten Weltwirtschaftsbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor. Demnach wächst die Weltwirtschaft im laufenden Jahr nur noch um 3,3 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,6 Prozent.

Produktionsdaten der Industrie und die Befragung von Einkaufsmanagern deuteten darauf hin, dass die erste Jahreshälfte 2019 schwächer verlaufen dürfte als die zweite. Damit muss der IWF seine bereits im Januar nach unten korrigierte Prognose noch einmal zurücknehmen.

Christine Lagarde, Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), hält eine Rede zur Lage der Weltwirtschaft. | Bildquelle: dpa
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Christine Lagarde, Direktorin des IWF, warnte vor zunehmenden Handelskonflikten.

"Weltwirtschaft an einem heiklen Punkt"

Der Grund hierfür seien unter anderem die Handelsstreitigkeiten, etwa zwischen den USA und China sowie der Europäischen Union. In China, wo das Wachstum von 6,6 Prozent auf 6,3 Prozent im laufenden Jahr und 6,1 Prozent 2020 zurückgehen soll, kämen noch der Kampf der Regulatoren etwa gegen Schattenbanken und überbordende Verschuldung hinzu.

Ein weiterer Grund sei das verlangsamte Wirtschaftswachstum in Europa. Die Eurozone habe mehr Schwung verloren als angenommen, in Frankreich unter anderem wegen der "Gelbwesten"-Proteste, in Großbritannien wegen der Brexit-Unsicherheit.

Auch in Deutschland werde sich das von 1,5 Prozent im vergangenen Jahr fast halbieren und 2020 wieder 1,4 Prozent erreichen. Ein Grund dafür sei, dass die Autoproduktion in Deutschland durch neue Abgasnormen geschwächt wurde, heißt es in dem Bericht. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte bereits vor einer Woche gesagt, die Weltwirtschaft befinde sich an einem heiklen Punkt.

Stärkeres Wachstum für 2020 erwartet

Im nächsten Jahr soll das Wachstum aber wieder das Niveau von 2018 erreichen. Der IWF traut der Weltwirtschaft ab 2020 ein stabiles Niveau von rund 3,6 Prozent zu. Allerdings gibt es zahlreiche Risiken wie das Andauern internationaler Handelsstreitigkeiten und eine neue Schuldenkrise in Italien. Auch die Folgen eines womöglich ungeordneten EU-Ausstiegs der Briten müssten weiter einkalkuliert werden.

Der IWF verwies aber auch auf die jüngsten Entspannungssignale zwischen den USA und China. Trump hatte zuletzt gesagt, ein Handelsabkommen mit China sei innerhalb von etwa vier Wochen denkbar.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. April 2019 um 17:07 Uhr.

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