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Airbus-Chef im ARD-Interview "Am Ende war es ganz einfach"

Stand: 14.02.2019 19:30 Uhr

Für das Aus des A380 gibt es laut Airbus-Chef Enders keine Alternative. Einen Stellenabbau schließt er nicht aus. Sorge äußerte er im ARD-Interview über ein nächstes Projekt des Konzerns: die Rüstungskooperation Frankreichs mit Deutschland.

Nach dem Produktions-Aus für das Airbus-Modell A380 gibt sich Vorstandsvorsitzender Thomas Enders aufgeräumt. "Am Ende war es ganz einfach: Wenn man für ein Produkt keine Kunden mehr findet oder das Produkt nur noch unter Produktionskosten verkaufen kann, dann kann man es nicht weiter produzieren", sagte er in einem Interview mit ARD-Korrespondentin Sabine Rau.

Nachdem Emirates seinen Auftrag deutlich reduziert hatte, habe Airbus kaum noch Auftragsvolumen bis 2021. "Das ist unschön, das ist schmerzhaft, aber das passiert im Leben. Und Airbus ist trotzdem nach wie vor mit einem sehr gut aufgestellten, modernen Produktportfolio unterwegs".

Einen Abbau bei den etwa 3500 Stellen, die an dem Luftgiganten hängen, könne er nicht sagen. Das Programm sei in den vergangenen Jahren bereits stufenweise heruntergefahren worden, Mitarbeiter in andere Konzernbereiche gewechselt. Um solche Transfers werde man sich weiter bemühen: "Airbus hat immer in solchen Situationen ihre Sozialkompetenz bewiesen und wir werden das auch bei dem 380-Programm nicht anders handhaben", sagte er.

Sorge, dass Dassault sich verstärkt den Briten zuwendet

Offene Zweifel formuliert Enders hingegen an der Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich: Airbus und Dassault sollen gemeinsam einen Kampfjet bauen. Zudem haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron kürzlich im "Aachener Freundschaftsvertrag" eine engere Zusammenarbeit vereinbart - dabei liegen die Positionen beider Länder in puncto Rüstungsexporte an Drittländer deutlich auseinander.

"Wir begrüßen natürlich, dass es diesen Aachener Vertrag gibt", sagte Enders. "Die Intentionen sind gut, aber das muss mit Substanz gefüllt werden - und da kann man mitunter schon Zweifel haben, ob auf der deutschen Seite tatsächlich auch der Wille besteht."

Die Bundesregierung nähme für sich in Anspruch, die einzige in Europa mit einer verantwortungsvollen Rüstungs-Exportpolitik zu sein, was zu sehr großer Verärgerung in Frankreich führe: "Wenn Deutschland auf diesem Wege fortfährt, wird es zu wirklichem Fortschritt bei gemeinsamer Sicherheit, Verteidigung und Rüstungskooperation kaum kommen." Airbus' französischer Partner werde sich dann wahrscheinlich wieder mehr den Briten zuwenden.

Enders hofft auf einen Brexit mit Abkommen

Angesichts des bevorstehenden EU-Austritts von Großbritannien spricht Endres von einer "großen Herausforderung, denn wir machen alle Flüge unserer großen Passagierflugzeuge in Großbritannien." Deshalb habe sich Airbus auch in der Brexit-Debatte häufig zu Wort gemeldet.

Je nachdem, wie der Abschied des Vereinigten Königreichs ausfalle, könne dies auch Konsequenzen für das Investment von Airbus im Land haben: "Wir hoffen auf das Beste und planen für den Ernstfall", sagte er. Er hoffe zumindest darauf, dass sich ein Brexit ohne Abkommen vermeiden lasse.

Thomas Enders, Vorstandsvorsitzender Airbus, zum Stopp der A380-Produktion
Sabine Rau, ARD Paris

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Februar 2019 um 20:00 Uhr.

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