Mitarbeiter der Salzgitter AG | dpa

Umfrage des ifo-Instituts Zahl der Kurzarbeiter geht zurück

Stand: 29.09.2020 10:45 Uhr

In Deutschland sind immer weniger Menschen in Kurzarbeit. Das hat eine Umfrage des ifo-Instituts ergeben. Ein Indiz für eine leichte wirtschaftliche Erholung.

Die Zahl der Kurzarbeitenden ist in Deutschland im zurückliegenden Monat weiter zurückgegangen. Nach einer Unternehmensumfrage des Münchner ifo-Instituts waren im September noch 3,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit, während es im August noch 4,7 Millionen gewesen seien. Damit sank ihr Anteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 14 auf elf Prozent.

In der Industrie gibt es noch viel Kurzarbeit

Trotz des Rückgangs ist laut ifo-Institut noch immer jeder neunte sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Kurzarbeit. Zwar gehe die Zahl stetig zurück. "Besonders hoch bleibt aber der Anteil an den Beschäftigten in der Industrie", erklärt der Arbeitsmarktexperte des Instituts, Sebastian Link. Dort waren im September schätzungsweise noch 1,47 Millionen Menschen in Kurzarbeit; das entspricht 21 Prozent der Beschäftigten.

Grundlage der ifo-Schätzung ist die Befragung von 9000 Unternehmen bundesweit. Sie werden regelmäßig für die monatliche Konjunkturprognose der Münchner Forscher einvernommen.

Kurzarbeit kostet mehr als 14 Milliarden Euro

Insgesamt hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) bislang in der Corona-Krise mehr als 14 Milliarden Euro für Kurzarbeit ausgezahlt. Das Bundeskabinett hatte Mitte September die Verlängerung der Maßnahme bis ins Jahr 2021 hinein auf den Weg gebracht. Danach soll die Bezugszeit für das Kurzarbeitergeld auf bis zu 24 Monate verlängert werden, maximal bis Ende nächsten Jahres.

Sorgen bereiteten zuletzt Berichte, wonach durch Missbrauch von Kurzarbeitergeld in diesem Jahr bisher ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden sind. Laut Bundesregierung wurden von März bis einschließlich August bei der BA rund 2100 Fälle erfasst, die auf möglichen Leistungsmissbrauch hindeuten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. September 2020 um 09:00 Uhr.

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Moderation 29.09.2020 • 21:59 Uhr

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