Ein Banner in der Messe München kündigt die IAA Mobility an. | REUTERS

Internationale Automobilausstellung Positives Fazit trotz Protesten

Stand: 12.09.2021 16:37 Uhr

Trotz Kritik, Protesten und Besucherrückgang: Der Branchenverband VDA spricht von einem großen Erfolg der IAA Mobility in München. Das neue Konzept der Messe habe sich bezahlt gemacht.

Von Gabriel Wirth, BR

Der Autobranchenverband VDA und die Messe München zeigen sich zufrieden: Am letzten Tag der IAA Mobility haben die Veranstalter ein sehr positives Fazit gezogen. Insgesamt wurden mehr als 400.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt.

Das ist zwar gegenüber der letzten IAA in Frankfurt 2019 ein deutlicher Rückgang - damals meldete der VDA rund 560.000 Besucherinnen und Besucher - allerdings war die jetzige Veranstaltung in München deutlich kürzer als die IAA in Frankfurt, zudem ist nach wie vor Corona. Messechef Klaus Dittrich spricht denn auch von einem sehr emotionalen Moment nach eineinhalb Jahren Stillstand, endlich wieder eine große Messe zu veranstalten. Er habe ganz viele positive Rückmeldungen bekommen von der Hotellerie, von der Gastronomie und von den Taxifahrern.

Fahrräder auf der IAA Mobility in München. | dpa

Auf der IAA in München haben auch viele Fahrradhersteller, wie hier am Stand von Flyer, ihre neuesten Produkte gezeigt. Bild: dpa

Ähnliches Konzept auch bei anderen Messen denkbar

Als ein Grund für die positiven Rückmeldungen nennt Dittrich das geänderte Konzept der IAA Mobility. So wurde die Messe zum einen erweitert: Neben den Autobauern zeigten auch zahlreiche Fahrradhersteller ihre neuesten Produkte. Zum anderen fand die Messe nicht nur in den Hallen statt, sondern auch an Plätzen in der Innenstadt. Viele Leuten hätten gesagt, endlich sei wieder Leben in der Stadt, so Dittrich.

Die Messeleitung in München denkt darüber nach, auch andere Veranstaltungen nicht nur in Hallen, sondern auch an Plätzen in der Stadt durchzuführen, wie zum Beispiel Umwelt- oder Sportartikelmessen. Man habe mit dem neuen Konzept ein Stück Messegeschichte geschrieben, so Dittrich. VDA-Präsidentin Hildegard Müller sagte, man habe einen mutigen Schritt gemacht und sei von den Besucherinnen und Besuchern belohnt worden.

Zahlreiche Protestaktionen am Rande der Messe

Allerdings gab es auch - wie erwartet - Demonstrationen, Zusammenstöße zwischen Polizei und Aktivisten sowie Verkehrsbehinderungen, unter anderem aufgrund von Abseilaktionen an Autobahnbrücken in der Nähe von Messen. Tausende Menschen demonstrierten am Samstag bei einer Sternfahrt per Rad, auf der Theresienwiese gab es zudem ein Protestcamp.

Die Präsidentin des VDA, Hildegard Müller meinte, friedliche Proteste und Demonstrationen gehörten zu einer Demokratie. Aber überall dort, wo Menschen in Mithaftung genommen würden, durch Abseilaktionen oder durch Gewalt, da sei eine rote Linie aller Demokraten zu ziehen. Auch die Klimaschützer sollten da eine ganz klare Linie ziehen.

Kritiker werfen Autoindustrie "Greenwashing" vor

Die Gegner der IAA werfen der Autoindustrie vor, zu wenig für den Klimaschutz zu tun. Zudem stören sie sich daran, dass die Messe allein vom VDA veranstaltet wird. So sieht es beispielsweise die Landesgeschäftsführerin des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC in Bayern, Petra Husemann-Roew. Sie kritisierte, dass man sich zu sehr auf das einzelne Fahrzeug konzentriere. Man solle sich vielmehr fragen, was sich denn ändern müsse. Man müsse dem Auto auch etwas Platz wegnehmen, damit eine Verkehrswende gelinge. So spricht sich der ADFC für den Ausbau von Radwegen und des Öffentlichen Personennahverkehrs aus.  

Nächste IAA Mobility 2023

Vielleicht wird ja auf der nächsten IAA Mobility darüber diskutiert. Die nächste Mobilitätsmesse soll Anfang September 2023 wieder in München stattfinden. Sehr wahrscheinlich wird sie dann wieder von Protesten begleitet. Das jedenfalls haben die Gegner jetzt schon angekündigt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. September 2021 um 15:12 Uhr.