Frau an einem Tisch, auf dem ein Laptop steht

Corona-Pandemie Altmaier will Homeoffice-Pflicht lockern

Stand: 25.05.2021 16:40 Uhr

Aussicht auf Rückkehr zur Normalität: Das soll auch für Beschäftigte im Homeoffice gelten. Wirtschaftsminister Altmaier will die Pflicht für Arbeitgeber, das Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen, schrittweise zurücknehmen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat Unternehmen und Beschäftigten schrittweise Lockerungen der Homeoffice-Pflicht in Aussicht gestellt. "Ich glaube, dass die Idee, dass man zur Normalität zurückkehrt, sicherlich auch bedeutet, dass man dann dort, wo es Sinn macht, auch wieder vor Ort arbeiten kann", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung.

Flexiblere Arbeitsmodelle als Lektion

Es werde "Schritt für Schritt weniger Vorschriften" zum Homeoffice geben. Zugleich glaube er aber, dass viele Beschäftigte trotzdem weiter von zu Hause arbeiten könnten, sagte Altmaier. Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer arrangierten sich und machten flexiblere Arbeitsmodelle möglich. Das sei eine der positiven Lektionen aus der Corona-Krise.

Dieser Ansicht ist offenbar auch der Arbeitgeberverband BDA, der in Aussicht stellte, dass Betriebe auch ohne Pflicht weiter Homeoffice und Coronatests anbieten werden. "Wir Arbeitgeber haben immer klar gesagt, dass wir Testen und Homeoffice im Interesse von Beschäftigten und im Eigeninteresse der Unternehmen aktiv unterstützen", sagte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der Nachrichtenagentur DPA. Gewehrt hätten sich die Unternehmen nur gegen eine bürokratische gesetzliche Überregulierung.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte hingegen ein Ende der Homeoffice- und Testpflicht in den Betrieben. Der Impffortschritt müsse mit einer Rückkehr in einen normalen Geschäftsbetrieb verbunden sein, heißt es in einem Positionspapier, das an die Bundesregierung gerichtet ist. Der BDI sprach sich für einen Stufenplan aus, der festlegt, wie Corona-Maßnahmen in den Betrieben verringert und abgeschafft werden können.

Gewerkschaften fordern Arbeitsschutz

Kritik kam vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB): "Solange nicht ein Großteil der Beschäftigten vollständig geimpft ist, dürfen sich die Arbeitgeber nicht aus der Verantwortung ziehen", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der Nachrichtenagentur dpa. Trotz sinkender Neuinfektionszahlen sei die Pandemie noch lange nicht bewältigt.

Gerade die Unternehmen stünden im besonderen Maße in der Pflicht, für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu sorgen, sagte Hoffmann. Das beinhalte neben klaren Hygienekonzepten auch das Angebot von Corona-Tests und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Mai 2021 um 14:00 Uhr.

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