Ein Mann sitzt im Homeoffice am Tisch an einem Laptop und arbeitet. | dpa

Statistisches Bundesamt Corona sorgt für Homeoffice-Rekord

Stand: 14.06.2022 12:14 Uhr

Arbeiten von Zuhause? Vor Corona in Deutschland eher eine Seltenheit. Doch während der Pandemie hat sich der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice fast verdoppelt, lag sogar über dem EU-Schnitt. Es gibt aber je nach Branche große Unterschiede.

Beim Arbeiten im Homeoffice hat Deutschland im vergangenen Jahr leicht über dem Schnitt der anderen EU-Staaten gelegen. Fast ein Viertel (24,8 Prozent) der Erwerbstätigen hierzulande erledigte 2021 seinen Job zumindest gelegentlich von zu Hause - ein Rekord, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zehn Prozent der Berufstätigen arbeiteten sogar an jedem Werktag im Homeoffice.

Dank Corona fast verdoppelt

Corona-Maßnahmen wie die Homeoffice-Pflicht führten demnach dazu, dass sich der Anteil gegenüber dem Vor-Corona-Niveau 2019 fast verdoppelte (12,8 Prozent). Im Durchschnitt der 27 EU-Staaten arbeiteten mit 24,2 Prozent etwas weniger der Erwerbstätigen im Homeoffice als in Deutschland.

In den Niederlanden (54 Prozent), Schweden (46,5 Prozent) und Luxemburg (45,4 Prozent) war der Anteil im vergangenen Jahr am höchsten, während in Bulgarien (6,5 Prozent), Rumänien (6,6 Prozent) und Zypern (12,6 Prozent) nur wenige von zu Hause aus tätig waren.

Große Unterschiede je nach Branche

Die Nutzung des Homeoffice unterscheidet sich auch in Deutschland stark nach Branchen: Während IT-Beschäftigte 2021 zu gut drei Vierteln im Homeoffice arbeiteten, konnten im Gesundheitswesen die wenigsten Beschäftigten ihre Arbeit von zu Hause machen (5,4 Prozent). Auch am Bau und im Einzelhandel gab es wenig Homeoffice.

In den vergangenen Wochen und Monaten sind Berufstätige in vielen Firmen wieder vermehrt aus dem Homeoffice an ihren eigentlichen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die gesetzliche Pflicht zum Angebot von Homeoffice durch den Arbeitgeber war Ende März ausgelaufen.

 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Juni 2022 um 12:35 Uhr in den Nachrichten.