Carlos Ghosn | Bildquelle: REUTERS

Inhaftierter Top-Manager Renault-Chef Ghosn tritt zurück

Stand: 24.01.2019 14:15 Uhr

Nach zwei Monaten in Untersuchungshaft räumt Carlos Ghosn nun auch bei dem französischen Autobauer den Chefposten. Beim japanischen Partner Nissan musste der Top-Manager schon im November gehen.

Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Marie hat bestätigt, dass Automanager Carlos Ghosn als Chef des Renault-Konzerns zurücktritt. Ghosn war im November in Japan wegen angeblicher Verstöße gegen Börsenauflagen festgenommen worden. Die französische Regierung, die mit 15 Prozent an Renault beteiligt ist, hatte zuletzt eine schnelle Neubesetzung der Konzernspitze gefordert.

Schnelle Entscheidung über Nachfolge

Der Renault-Verwaltungsrat hat in Boulogne-Billancourt inzwischen eine neue Führung eingesetzt. Ghosns Aufgabe werden aufgeteilt. Um die laufenden Geschäfte kümmert sich künftig Thierry Bolloré. Der 55-Jährige war bisher die Nummer zwei im Konzern. Der bisherige Chef des Reifenherstellers Michelin Jean-Dominique Senard übernimmt den Vorsitz des Verwaltungsrats.

Renaults Konzernchef Carlos Ghosn | Bildquelle: AFP
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Manager Carlos Ghosn tritt nun auch als Renault-Chef ab.

Neue Vorwürfe gegen Ghosn

Während Ghosn den Posten bei Renault bis zuletzt halten konnte, hatte sich der Partner Nissan schon im November von dem Manager getrennt. Die japanische Staatsanwaltschaft wirft dem Manager unter anderem vor, private Investitionsverluste auf Nissan übertragen zu haben. Außerdem soll der 64-Jährige sein Einkommen als Nissan-Manager nicht korrekt angegeben haben. Vergangene Woche hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen noch einmal ausgedehnt - die Vorwürfe beziehen sich nun auf den Zeitraum von 2010 bis 2018. Ghosn bestreitet die Vorwürfe. Wegen Fluchtgefahr hat ein Gericht seinen Antrag auf Freilassung abgelehnt.

Ghosn führte Renault seit 2005. Er hatte den französischen Autobauer in eine Allianz mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi geführt. Bei Nissan stand Ghosn von 2001 bis 2017 an der Spitze des Vorstands. Danach übernahm er die Führung im Verwaltungsrat.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Januar 2019 um 09:15 Uhr.

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