Frauen in Führungspositionen.  | Bildquelle: dpa

Studie zu DAX-Vorständen Top-Managerinnen verdienen besser

Stand: 16.11.2020 12:31 Uhr

Frauen sind in Vorständen börsennotierter deutscher Konzerne eine kleine Minderheit. Beim Gehalt stehen sie laut einer Studie aber besser da als ihre männlichen Kollegen - wenn die Konzernchefs nicht eingerechnet werden.

Frauen in den Vorständen börsennotierter deutscher Firmen haben trotz Gehaltseinbußen 2019 im Schnitt mehr als Männer verdient. Nach einer Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY wurden weibliche Vorstandsmitglieder erstmals in allen DAX-Segmenten besser bezahlt als ihre Kollegen. Vorstandschefs und ihre Gehälter wurden bei dem Vergleich allerdings nicht berücksichtigt.

EY-Experte Jens Massmann nannte als einen wichtigen Grund das wachsende Bestreben der Unternehmen, Frauen für ihr oberstes Führungsgremium zu gewinnen. Da Kandidatinnen knapp seien, erhöhe sich ihr Marktwert und damit auch ihr Salär.

In den 30 DAX-Konzernen verdienten Vorstandsfrauen im vergangenen Jahr demnach im Schnitt etwa 2,93 Millionen Euro und damit im Mittel rund 30.000 Euro mehr als die männlichen Top-Manager. Bei den 60 Firmen im MDax war das Gehalt der Top-Managerinnen mit 1,44 Millionen Euro im Schnitt um etwa 115.000 Euro höher. Im SDax lagen den Angaben zufolge erstmals seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2013 Frauen beträchtlich vorn. Ihre durchschnittliche Gesamtdirektvergütung fiel mit rund 1,07 Millionen Euro etwa sieben Prozent höher aus als die der männlichen Vorstandsmitglieder.

Im Dax waren EY zufolge 2019 gut zwölf Prozent aller Vorstandsmitglieder weiblich, im MDax sieben Prozent und im SDax fünf Prozent.

Insgesamt sinken die Gehälter

Insgesamt sank EY zufolge das Gehalt der Vorstände 2019 das zweite Jahr in Folge. Es verringerte sich über alle Unternehmen der DAX-Segmente im Schnitt um 4,6 Prozent auf rund 1,99 Millionen Euro. "Die schwierige konjunkturelle Lage hat im vergangenen Jahr - also bereits vor der Corona-Pandemie - zu deutlichen Gehaltseinbußen bei den Top-Managern geführt", erläuterte EY-Experte Massmann. Im Jahr 2018 hatte es demnach bereits einen Rückgang von 0,5 Prozent gegeben.

Massmann rechnet für 2020 coronabedingt mit weiter sinkenden Vergütungen. Während sich die weiblichen Vorstände im Jahr 2018 noch gegen den Abwärtstrend stemmen konnten, sank ihre Vergütung 2019 um 5,9 Prozent - und damit stärker als die der Männer (minus drei Prozent). Die Gesamtdirektvergütung setzt sich zusammen aus dem Grundgehalt, Jahresboni und langfristigen Bestandteilen, die in dem Jahr gewährt wurden.

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