Ein Jeep Wrangler steht auf dem Montageband eines Werks in Ohio. | Bildquelle: REUTERS

Automobilbranche Fiat Chrysler und Renault planen Fusion

Stand: 27.05.2019 09:36 Uhr

Die Autokonzerne Fiat Chrysler und Renault wollen sich zusammenschließen. Sie streben eine 50/50-Lösung an. Bei einer Fusion würde der drittgrößte Fahrzeughersteller der Welt entstehen.

Es wäre der Mega-Zusammenschluss in der Automobilbranche: Fiat Chrysler hat nach eigenen Angaben Renault eine Fusion vorgeschlagen. Das französische Unternehmen bestätigte, den Vorschlag erhalten zu haben. Der Verwaltungsrat von Renault werde über die Offerte beraten und sich danach schriftlich äußern.

Die Fusionspläne von Fiat Chrysler sehen vor, dass beide Seiten nach dem Zusammenschluss je 50 Prozent halten. Fiat teilte mit, dass die Fusion "herausragend in Bezug auf Umsatz, Volumen, Rentabilität und Technologie sowie von Vorteil für die Anteilseigner der Unternehmen" sei. Gespräche, um Produkte und Regionen für eine Zusammenarbeit zu identifizieren, habe es bereits gegeben.

Drittgrößter Autobauer weltweit

Die neu entstehende Holding soll den Plänen zufolge ihren Sitz in den Niederlanden haben. An den Börsen in Mailand, Paris und New York soll sie gelistet werden. Beide Konzerne zusammen würden jährlich 8,7 Millionen Autos produzieren und damit zum drittgrößten Autobauer weltweit nach Volkswagen und Toyota aufsteigen, wie Fiat Chrysler mitteilte.

Durch die Fusion sollen jährlich fünf Milliarden Euro eingespart werden. Fiat-Aktionäre könnten eine Sonderdividende von 2,5 Milliarden Euro erhalten.

Mit einem Zusammenschluss könnten beide Unternehmen ihr jeweiliges Portfolio ergänzen: Der italienisch-amerikanische Hersteller Fiat Chrysler ist in Nordamerika mit Kleintransportern erfolgreich, in Europa steht das Geschäft aber unter Druck. Renault ist Pionier auf dem Gebiet der Elektroautos und hat eine starke Präsenz in Schwellenländern - dafür ist die französische Marke schwach im US-Geschäft aufgestellt.

Mitsprache der französischen Regierung

Die französische Regierung hält bei Renault einen 15-Prozent-Anteil und hat bei einer Fusion einiges mitzureden. Renault hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan. Nissan ist seinerseits zu 15 Prozent an Renault beteiligt.

Die in Frankfurt notierten Titel von Fiat Chrysle sprangen vorbörslich um rund acht Prozent an. Renault-Aktien kletterten im vorbörslichen Handel um etwa 7 Prozent.

Die Zentrale von Fiat Chrysler in Auburn Hills, Michigan/USA | Bildquelle: AP
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Die Zentrale von Fiat Chrysler in Auburn Hills, Michigan/USA

Fiat Chrysler schlägt Fusion mit Renault vor
Jörg Seisselberg, ARD Rom
27.05.2019 10:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Mai 2019 um 11:00 Uhr.

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