Ein Schweißer aus Somalia bei Arbeiten für eine Firma in Fürstenwalde, Brandenburg | Bildquelle: dpa

Vor Fachkräftegipfel "Die Wirtschaft braucht eine Anwerbestrategie"

Stand: 15.12.2019 19:34 Uhr

Der Diagnose widerspricht niemand mehr: Deutschland braucht dringend mehr Zuwanderung von Fachkräften. Vor einem Spitzentreffen im Kanzleramt fordert Arbeitsminister Heil von der Wirtschaft eine klare Strategie.

Die Feststellung gehört inzwischen zum Standardrepertoire von Unternehmern, Verbandsfunktionären und Arbeitsmarktexperten: In Deutschland herrscht in vielen Regionen ein gravierender Mangel an Fachkräften. Da der heimische Markt "leergefegt" ist, schauen die Betroffenen ins Ausland. Hier will Deutschland verstärkt für Zuwanderung von Fachkräften und Menschen, die dazu werden wollen, werben. Am 1. März tritt ein neues Gesetz in Kraft.

Doch dass eine Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt noch keinen Mangel behebt, weiß auch die Bundesregierung. Sie lädt deshalb am Montag zu einem Treffen im Kanzleramt, auf dem Spitzenvertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften und Regierung beraten wollen, wie das Fachkräfteeinwanderungsgesetz bestmöglich umgesetzt werden kann.

Forderungen nach Abbau bürokratischer Hürden gegen Fachkräftemangel
tagesschau 20:00 Uhr, 15.12.2019, Justus Kliss, ARD Berlin

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Heil appelliert an Wirtschaft

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil rief im Vorfeld die Wirtschaft dazu auf, eine "Anwerbestrategie" vorzulegen. Im Bericht aus Berlin sagte er, die Wirtschaft "muss uns sagen, in welchen Ländern sie für welche Branchen auch Fachkräfte anwerben will". Die Politik müsse das dann unterstützen, etwa, indem sie die Botschaften in den entsprechenden Ländern aufstockt und damit auch die Visavergabe erleichtert. Wichtig sei auch die Anerkennung beruflicher Qualifikation.

Heil räumte ein, dass der Fachkräftemangel in vielen Branchen schon jetzt eine "Wachstumsbremse" sei. Neben der Anwerbung von Spezialisten aus dem Ausland müsse aber auch im Inland noch mehr Potenzial gefördert werden. Hier gehe es "um Qualifizierung, um Ausbildung, um Frauenerwerbsbeteiligung". Heil wies zugleich den Vorwurf zurück, die Bundesregierung handele zu zögerlich und bat "um ein bisschen Geduld" und erinnerte daran, dass Jahrzehnte über ein Einwanderungsgesetz gestritten worden sei.

Hubertus Heil, SPD, zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz und der Zukunft der SPD
Bericht aus Berlin, 15.12.2019

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Alle wollen Hürden beseitigen

Der Minister sprach sich auch für den Abbau bürokratischer Hürden aus - eine Forderung, die auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gegenüber dem "Tagesspiegel" erhob. Neben der schnelleren Visavergabe nahm Altmaier dabei eine schnellere Anerkennung von Berufsabschlüssen ins Auge.

Er kündigte an, dass es Pilotprojekte unter anderem mit Brasilien, Indien und Vietnam geben werde und wies darauf hin, dass es dabei auch angesichts der demografischen Entwicklung auch darum gehe, das hohe Niveau der sozialen Absicherung in Deutschland zu erhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plädierte für klare Kriterien bei der Suche und Auswahl von ausländischen Fachkräften aus. Diese müssten aber auch zu Deutschland passen, sagte er der Funke-Mediengruppe.

Auch um Familien werben

Der IT-Verband Bitkom erklärte, das geplante Einwanderungsgesetz allein reiche nicht. In Deutschland würden allein 120.000 IT-Experten gesucht. Bei der Suche müsse sich auch um die Familien kümmern. Das geplante Gesetz müsse zudem nachgebessert werden. Auf den Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse solle man bei IT-Experten verzichten.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, warnte davor, "Fehler der Vergangenheit" zu wiederholen. "Es war falsch, die sogenannten Gastarbeiter der 1950er- und 1960er-Jahre nicht systematisch zu integrieren", sagte die CDU-Politikerin den Funke-Zeitungen. Es gehe um mehr als Arbeitskräfte. "Was dem türkischen Bergmann der ersten Gastarbeitergeneration gefehlt hat, muss die philippinische Pflegerin von heute bekommen."

Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte

Bei dem Treffen im Bundeskanzleramt soll auch eine Absichtserklärung unterzeichnet werden. Nach Angaben des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) heißt es dazu in einem Entwurf, dass Deutschland international "in starkem Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte" stehe. Um die Möglichkeiten des Gesetzes voll auszuschöpfen, bedürfe es "noch weiterer konkreter Schritte der praktischen Umsetzung". 

Angestrebt wird demnach unter anderem "zusätzliches Personal in den Visastellen und der Aufbau einer zentralen Arbeitseinheit zur Unterstützung der Visumbearbeitung aus dem Inland." Zudem sollten die Deutsch-Kurse an den Goethe-Instituten ausgebaut werden. Die Wirtschaft solle geeignete Fachkräfte bei den Kosten für die sprachliche Qualifizierung im Herkunftsland unterstützen.

Gipfel im Kanzleramt zur Fachkräfte-Einwanderung
Dagmar Pepping, ARD Berlin
16.12.2019 06:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Dezember 2019 um 18:00 Uhr.

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