Schild der Europäischen Zentralbank

Europas Währungshüter EZB stellt Anleihekäufe ein

Stand: 13.12.2018 14:46 Uhr

2,6 Billionen Euro hat die EZB in Anleihen von Unternehmen und Staaten investiert. Jetzt wurde das Ende neuer Käufe beschlossen. Für Sparer wird es vorerst keine steigenden Zinsen geben.

Die Europäische Zentralbank beendet zum Jahresende wie geplant die zusätzlichen Anleihekäufe. Damit stellen die Währungshüter eines ihrer wichtigsten Kriseninstrumente ein, das vor allem in Deutschland umstritten war.

Bisher investierte die EZB rund 2,6 Billionen Euro in die Anleihen von Unternehmen und Staaten, um die Finanzmärkte zu stützen. Nach Angaben einer Sprecherin will die Zentralbank aber die Zinserlöse aus dem Programm in Anleihen investieren - und zwar "noch für einen längeren Zeitraum über den Zeitpunkt hinaus, an dem die EZB die Leitzinsen anhebt".

Anleihekäufe sind seit 2015 die wichtigste Waffe der EZB im Kampf gegen eine schwache Konjunktur und eine aus ihrer Sicht zu geringe Inflation. Mittlerweile läuft die Wirtschaft aber wieder besser.

Währungshüter rütteln nicht an Leitzins

Der EZB-Rat beschloss außerdem, dass der Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent bleibt. Höhere Zinsen soll es demnach frühestens ab Herbst kommenden Jahres geben. Die EZB hatte den zentralen Zinssatz im März 2016 auf 0,0 Prozent gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation anzukurbeln.

Geschäftsbanken bekommen damit Zentralbankgeld weiterhin zum Nulltarif, während Sparer unter den niedrigen Zinsen leiden. Andererseits profitieren beispielsweise Hausbauer davon, dass die Kreditkonditionen vergleichsweise günstig sind.

Die EZB tastete auch den Einlagensatz nicht an. Lagern Banken überschüssige Gelder kurzfristig bei der EZB ein, statt sie an Unternehmen zu verleihen, zahlen sie weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent.

EZB beendet Anleihekäufe
Ursula Mayer, HR
13.12.2018 19:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Dezember 2018 um 15:30 Uhr.

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