Ein Azubi mit Schweißermaske arbeitet mit einem Schweißbrenner an einer Stahlwand. | Bildquelle: dpa

Arbeiten in Deutschland So viele Erwerbstätige wie nie

Stand: 18.11.2019 09:57 Uhr

Trotz der Beinahe-Rezession ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland so hoch wie noch nie: 45,4 Millionen Menschen gingen im dritten Quartal einem Job nach. Klassische Rollenbilder bestimmen noch immer die Berufswahl.

45,4 Millionen Menschen hatten im dritten Quartal einen Job in Deutschland. Das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vorquartal stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 151.000 Personen (+0,3 Prozent). Verglichen mit den Zahlen des Vorjahreszeitraums bedeuten die aktuellen Zahlen ein Plus von 356.000 oder 0,8 Prozent. Die Zunahme sei "der bereits einsetzenden Herbstbelebung am Arbeitsmarkt" zu verdanken.

Die größten absoluten Beschäftigungsgewinne meldeten die Öffentlichen Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit 201.000 Personen (+1,8 Prozent), gefolgt vom Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit 54.000 (+0,5) sowie dem Bereich Information und Kommunikation mit 49.000 (+3,7). "Dagegen setzte sich der Abwärtstrend bei den Unternehmensdienstleistern weiter fort", hieß es.

Konjunkturflaute zeichnet sich ab

Die deutsche Wirtschaft hatte von Juli bis September wegen der guten Kauflaune der Verbraucher und wieder anziehenden Exporten ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent geschafft, nachdem es im Frühjahr einen Rückgang um 0,2 Prozent gegeben hatte. Grundsätzlich zeichnet sich aber eine Konjunkturflaute ab. Die hinterlässt den Statistikern zufolge bereits ihre Spuren am Arbeitsmarkt. "Obwohl sich der Beschäftigungszuwachs weiter fortsetzte, schwächte sich seine Dynamik im Laufe des Jahres 2019 ab", betonte das Statistische Bundesamt.

Erzieher mit Kindern in einer Kita | Bildquelle: dpa
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Am 1. März 2019 waren in Deutschland nur 6,4 Prozent der Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung männlich. Vor zehn Jahren lag die Zahl noch bei 3,2 Prozent.

Klassische Rollenbilder dominieren

Die klassischen Rollenbilder bestimmen laut Statistischem Bundesamt noch immer die Berufswahl. Auch wenn der Frauenanteil bei Polizei und Gerichten gestiegen sei und mehr Männer in der Altenpflege und in Kitas arbeiteten, würden viele Menschen noch immer in geschlechtertypischen Berufen arbeiten.

Männer dominieren in Deutschland nach wie vor viele technische Berufe. Im Jahr 2018 arbeiteten fast zwei Millionen Männer im Bereich Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Mit 89 Prozent lag der Männeranteil in dieser Berufsgruppe noch um vier Prozentpunkte höher als in Informatik- und anderen Informations- und Kommunikationstechnikberufen. Der Frauenanteil verändert sich demnach in diesen männlichen Domänen kaum. Während sich im Vergleich zu 2012 der Anteil von Informatikerinnen (einschließlich IKT-Berufen) um gerade zwei Prozentpunkte erhöhte (15 Prozent), sank er bei Maschinen- und Fahrzeugtechnikerinnen im gleichen Zeitraum sogar geringfügig um einen Prozentpunkt (elf Prozent).

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. November 2019 um 11:30 Uhr.

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