Börsenkurs in Frankfurt | Bildquelle: dpa

Deutsche Unternehmen Top-Konzerne auf Rekordkurs

Stand: 26.12.2017 13:17 Uhr

Die Geschäfte der führenden 100 Unternehmen in Deutschland laufen angetrieben von der weltweiten Konjunkturerholung ausgezeichnet. Die umsatzstärksten börsennotierten deutschen Konzerne steuern sogar auf einen Rekord zum Jahresende zu.

Deutschlands Top-Unternehmen könnten dieses Jahr mit einem Rekord abschließen. Der Gewinn dieser Konzerne stieg in den ersten neun Monaten 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf knapp 109 Milliarden Euro. Das geht aus einer Analyse der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervor. Der Gesamtumsatz der 100 Firmen kletterte in den ersten drei Quartalen um knapp sieben Prozent auf 1,25 Billionen Euro.

Autokonzerne mischen vorne mit

Sowohl das Umsatz- als auch das Gewinnranking führten demnach Autohersteller an: Volkswagen, Daimler und BMW sind die umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands - beim Gewinn sind Daimler und Volkswagen führend, vor der Telekom und BMW.

"2017 war ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft - von den 100 umsatzstärksten Unternehmen schafften 76 einen Gewinnanstieg, sogar 84 konnten ihren Umsatz erhöhen", erklärte Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei EY. "Bemerkenswert ist die branchenübergreifend positive Entwicklung - alle Sektoren können derzeit am Aufschwung partizipieren."

Neuwagen vor der Auslieferung | Bildquelle: dapd
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Sowohl bei Umsatz und Gewinn sind deutsche Autokonzerne top.

Optimismus für 2018

Auch für das kommende Jahr zeigte sich Meyer optimistisch: "Die Konjunktur hat sich in diesem Jahr überraschend positiv entwickelt und in ganz Europa an Tiefe und Breite gewonnen." Davon profitiere vor allem die exportorientierte deutsche Industrie. "Endlich kommen wieder Wachstumsimpulse aus Märkten wie Frankreich, Spanien und Italien, was zudem die schwache Entwicklung der britischen Wirtschaft mehr als ausgleichen kann."

Viele deutsche Unternehmen arbeiteten am Rande ihrer Kapazitäten - und mindestens bis zur Jahresmitte dürfte es auf diesem hohen Auslastungsniveau noch weitergehen. Die Mehrzahl der deutschen Top-Unternehmen - 71 Prozent - stockte laut der Studie im Jahresverlauf die Belegschaft auf: Insgesamt beschäftigten sie zum 30. September 2017 weltweit knapp 4,9 Millionen Menschen - das waren 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. "Viel spricht dafür, dass sich diese gute Entwicklung im kommenden Jahr fortsetzen wird", sagte Meyer.

Brandenburger Tor | Bildquelle: AFP
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Auch nach dem Jahreswechsel rechnen Konzerne und Wirtschaftsverbände mit guten Geschäften.

Wirtschaft wartet auf Regierungsbildung

Die schleppende Regierungsbildung sorgt allerdings zunehmend für Verunsicherung in der Wirtschaft. Die wichtigsten Verbände erwarten zwar ebenfalls eine Fortsetzung des kräftigen Wachstums im kommenden Jahr - in der traditionellen Reuters-Umfrage zum Jahreswechsel warnen die Verbandspräsidenten zugleich aber, dass durch den politischen Stillstand wichtige Weichenstellungen für die Zukunft verpasst werden.

"Für die Betriebe verlängert diese Hängepartie die Ungewissheit", bemängelte etwa Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer betonte, Deutschland brauche rasch eine handlungsfähige Regierung. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, plädierte aber für Gelassenheit. Bislang sieht er keine negativen Folgen der langen Regierungsbildung.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Dezember 2017 um 16:00 Uhr.

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