Siemens-Zentrale in München | Bildquelle: dpa

Unternehmen-Ranking Nur zwei deutsche Konzerne unter "Top 100"

Stand: 28.12.2018 14:06 Uhr

Im vergangenen Jahr waren es noch sechs deutsche Konzerne - jetzt haben es nur noch zwei in die "Top 100" der wertvollsten Unternehmen der Welt geschafft. Mitverantwortlich dafür ist auch US-Präsident Trump.

Die deutschen Börsen-Schwergewichte haben im abgelaufenen Jahr im internationalen Vergleich massiv an Bedeutung eingebüßt. Nur noch der Softwarekonzern SAP und der Technologieriese Siemens finden sich zum Jahresende unter den hundert wertvollsten Unternehmen der Welt, wie aus einer Auswertung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young) hervorgeht.

Vor einem Jahr hatten noch sechs deutsche Konzerne in der ersten Börsen-Liga mitgespielt. Der Absturz der Automobilindustrie und der sich anbahnende Abschwung in Europa kosteten Volkswagen, Bayer und BASF ihre Plätze unter den "Top 100". Der Versicherungskonzern Allianz landete auf Rang 101.

SAP-zentrale in Walldorf | Bildquelle: dpa
galerie

Neben Siemens ist nur noch SAP unter den 100 wertvollsten Konzernen.

SAP auf Platz 61 - Microsoft vorn

Das einzige deutsche Unternehmen mit einem dreistelligen Milliarden-Wert ist inzwischen SAP (119,6 Milliarden Dollar). Der Konzern liegt auf Platz 61 unter den "Top 100". Siemens folgt mit 92,5 Milliarden Dollar (Schlusskurse vom 27. Dezember laut der Nachrichtenagentur Reuters) auf Rang 89.

Spitzenreiter mit einem Börsenwert von 776,7 Milliarden Dollar ist demnach Microsoft. Der Softwareriese verdrängte damit Apple. Der iPhone-Hersteller Apple verlor in der Gunst der Anleger und kommt auf Rang zwei (741 Milliarden Dollar). Damit kommen insgesamt acht der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt laut der EY-Auswertung aus den USA.

Microsoft Schild in Los Angeles | Bildquelle: REUTERS
galerie

Microsoft hat laut der Ernst & Young-Auswertung Apple abgelöst.

Vor allem die beiden Chemie- und Pharmariesen Bayer und BASF wurden an der Börse gebeutelt. EY-Deutschland-Chef Hubert Barth sieht auch die Handelskonflikte als Grund für die Probleme der deutschen Unternehmen: "Wegen ihres relativ kleinen Heimatmarktes und der starken Ausrichtung auf ausländische Märkte leiden sie eher unter den handelspolitischen Spannungen und Strafzöllen als etwa die US-Konzerne." Zudem verliere derzeit die europäische Wirtschaft insgesamt an Fahrt, "während die Konjunktur in den USA nach wie vor brummt."

US-Präsident Donald Trump hatte im Sommer unter anderem Strafzölle auf Stahlimporte aus der EU verhängt. Auch zwischen den USA und China gibt es einen Handelskonflikt. Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) kostete das die deutsche Wirtschaft allein im zu Ende gehenden Jahr einen Milliardenbetrag.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 28. Dezember 2018 um 10:13 Uhr.

Darstellung: