Die Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin | Bildquelle: dpa

Rekordverlust der Deutschen Bahn "Jäh ausgebremst"

Stand: 30.07.2020 11:49 Uhr

3,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr - noch nie in ihrer Geschichte hat die Deutsche Bahn ein größeres Minus eingefahren. Von großen Investitionen will Bahnchef Lutz sich dennoch nicht abhalten lassen.

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2020 vor allem aufgrund der Corona-Krise den größten Verlust ihrer Geschichte verzeichnet. Nach Angaben des Unternehmens sank im ersten Halbjahr der Konzernumsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Der operative Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 1,8 Milliarden Euro. Das Minus nach Steuern beträgt 3,7 Milliarden Euro.

Deutsche Bahn macht Milliardenverlust
tagesschau 14:00 Uhr, 30.07.2020, Anke Hahn, RBB

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Große Verluste, große Investitionen

Zum Betriebsverlust im ersten Halbjahr addierte sich noch eine Sonderabschreibung auf den Wert der Nahverkehrstochter Arriva von 1,4 Milliarden Euro, weitere Sondereffekte sowie Steuerzahlungen. Dies führte zum Gesamtverlust von 3,7 Milliarden Euro, den der Konzern seit seiner Gründung 1994 noch nie eingefahren hat.

"Das Virus hat unseren erfolgreichen Wachstumskurs jäh ausgebremst und die Deutsche Bahn in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt", erklärte Bahnchef Richard Lutz. Dennoch werde der Konzern auch wegen des Klimaschutzprogramms der Regierung weiter investieren und weiter einstellen, kündigte Lutz an. Allein im ersten Halbjahr habe man 19.000 Zusagen an Bewerber gegeben. Netto seien 2,8 Milliarden Euro investiert worden; das sei der höchste Halbjahreswert in der Geschichte der Bahn.

Trübe Aussichten für den Rest des Jahres

Zum Jahresende geht die Bahn nicht von einer Besserung der Bilanz aus: Man erwarte ein Minus von bis zu 3,5 Milliarden Euro (Ebit), kündigte das Bundesunternehmen an. Der Umsatz könne auf bis zu 38,5 Milliarden Euro absinken.

2019 hatte er noch 44,4 Milliarden Euro betragen. Die Prognose sei aber mit hoher Unsicherheit behaftet, hieß es.

Trotz eingebrochener Passagierzahlen in der Corona-Krise hatte die Bahn bis zu 90 Prozent ihrer Züge weiterfahren lassen - auch auf Wunsch der Bundesregierung. Im ersten Halbjahr 2020 sank die Fahrgastzahl um 37 Prozent auf knapp 663 Millionen Reisende. Zuletzt lag die Auslastung der Züge immer noch bei etwa der Hälfte der Vor-Corona-Zeit.

"Teilweise nur zehn Prozent der Fahrgäste", Anke Hahn, RBB, zum Rekordverlust bei der Deutschen Bahn
tagesschau 12:00 Uhr, 30.07.2020

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Juli 2020 um 12:00 Uhr.

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