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Sparkurs bei Daimler Kürzere Arbeitszeit, weniger Lohn

Stand: 28.07.2020 16:03 Uhr

Durch die Corona-Krise ist Daimler zu einem verschärften Sparkurs gezwungen. Nun fährt der Autobauer für einen großen Teil seiner Beschäftigten in Deutschland die Arbeitszeit herunter - und will damit Entlassungen verhindern.

Zum gefürchteten Stellenabbau bei Daimler kommt es in Deutschland vorerst nicht: Stattdessen kürzt der Autobauer für ein Jahr Arbeitszeit und Gehalt Tausender Beschäftigter. "Beschäftigung bei Daimler bleibt bis 2030 gesichert und betriebsbedingte Kündigungen bleiben ausgeschlossen", erklärte Betriebsratschef Michael Brecht nach einer Einigung mit dem Management auf befristete Lohnkürzungen.

Ergebnisbeteiligung wird gestrichen

Um die Lohnkosten zu senken, arbeiten die Mitarbeiter in der Verwaltung und in "produktionsnahen Bereichen" - beispielsweise der Logistik - ab Oktober bis einschließlich September 2021 durchschnittlich zwei Stunden pro Woche weniger und bekommen entsprechend weniger Lohn, wie Daimler mitteilte. Die Produktion bleibe hier außen vor.

Für alle Beschäftigten in Verwaltung und Produktion werde die Ergebnisbeteiligung für das Geschäftsjahr 2020 gestrichen. Zudem werde das tarifliche Zusatzgeld 2021 in bezahlte freie Tage gewandelt. Für das vergangene Jahr hatte diese Beteiligung 600 Euro betragen. Normalerweise können die Beschäftigten zwischen den Varianten wählen.

Personalvorstand Wilfried Porth dankte den Mitarbeitern "für ihren wichtigen zeitlich befristeten Beitrag, um diese Krise gemeinsam zu bewältigen". Über die genaue Umsetzung der Vereinbarung wollen Vorstand und Betriebsrat in den kommenden Wochen beraten. Ende 2019 beschäftigte Daimler in Deutschland insgesamt 174.000 Mitarbeiter. Wie viele von ihnen genau von den Kürzungen betroffen sind, teilte der Konzern nicht mit.

Produktion der A-Klasse im Rastatter Daimler-Werk | Bildquelle: dpa
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Zuletzt stand die Streichung von weltweit bis zu 30.000 Stellen im Raum.

Schwerer Umsatzeinbruch durch Corona-Krise

Die Corona-Krise sorgt derzeit für tiefrote Zahlen bei Daimler und zwingt den Autobauer damit zur Verschärfung seines Sparkurses. Im zweiten Quartal fuhr der Konzern rund zwei Milliarden Euro Verlust ein. Weil weltweit Fabriken stillstanden, Autohäuser schließen mussten und auch viele andere Unternehmen nicht arbeiten und somit auch keine Lastwagen kaufen konnten, knickten die Absatzzahlen ein. Fast ein Drittel des Umsatzes brach weg.

Daimler will deshalb seine Personalkosten bis Ende 2022 und darüber hinaus signifikant senken. Zuletzt kursierten Zahlen, wonach von den weltweit rund 300.000 Stellen 20.000 bis 30.000 wegfallen könnten.

Daimler-Beschäftigte verzichten auf Gehalt
Sabrina Fritz, SWR
28.07.2020 17:23 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info im Hörfunk am 28. Juli 2020 um 16:15 Uhr.

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