Der Himmel erleuchtet in lila und pink hinter dem Johan Sverdrup Ölfeld in der Nordsee | Bildquelle: picture alliance/dpa

Corona-Krise Norwegens Staatsfonds verliert Milliarden

Stand: 18.08.2020 17:36 Uhr

Er gilt als der größte Staatsfonds der Welt und als Absicherung des Wohlfahrtsstaats - doch nun drohen Turbulenzen: Norwegens Staatsfonds hat wegen der Corona-Krise einen Verlust von knapp 18 Milliarden Euro eingefahren.

Der norwegische Staatsfonds hat in der ersten Jahreshälfte wegen der Corona-Krise 188 Milliarden Kronen (fast 18 Milliarden Euro) verloren. Grund dafür seien Verluste im Aktien- und Immobilienportfolio gewesen, die von steigenden Anleihekursen nicht wettgemacht werden konnten, teilte der weltweit größte Staatsfonds mit. "Auch wenn sich die Märkte im zweiten Quartal gut erholt haben, sind wir immer noch Zeuge beträchtlicher Unsicherheit", sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Fonds, Trond Grande.

In diesem Herbst könne es zu Turbulenzen kommen - je nachdem, ob die Pandemie zurückgehe oder wieder zunehme. "Wir haben bereits eine Art V-förmige Erholung an den Finanzmärkten erlebt", sagte Grande der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich glaube, dass es eine leichte Diskrepanz zwischen der Realwirtschaft und den Finanzmärkten gibt." Die vollen Auswirkungen auf manche Wirtschaftszweige - etwa die Freizeit- und Reisebranche - blieben noch abzuwarten.

Fonds sichert Wohlstand des Landes ab

Norwegen legt seit den 90er-Jahren einen Teil der Öl- und Gas-Einnahmen für künftige Generationen an. Der Fonds ist in Dollar gerechnet 1,15 Billionen schwer - das entspricht etwa 214.000 Dollar je Einwohner. Die Erträge des Fonds sichern den norwegischen Wohlfahrtsstaat ab. Er hält Beteiligungen an 9200 Unternehmen und besitzt 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Aktien. Angelegt wird das Geld aber auch in Anleihen und Immobilien.

Auf Unternehmensebene trugen die Technologiefirmen Amazon, Microsoft und Apple am positivsten zur Halbjahresbilanz bei. Dagegen schnitten die Beteiligungen am Ölkonzern Shell und an den Banken HSBC und JP Morgan Chase am schlechtesten ab.


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