Ein beleuchtetes Schild der Commerz-Bank vor einer dunklen Hauswand | dpa

Künftig noch 400 Niederlassungen Commerzbank schließt weitere 50 Filialen

Stand: 30.09.2022 15:06 Uhr

Die Commerzbank schrumpft ihr Filialnetz in Deutschland weiter: Statt auf 450 Standorte setzt der Vorstand nur noch auf 400 Niederlassungen. Laut ver.di werde es aber keinen weiteren Stellenabbau geben.

Die Commerzbank will in Deutschland weitere 50 Filialen schließen. Damit soll es künftig statt 450 Standorten nur noch 400 Niederlassungen geben, wie nach Beratungen des Managements mit dem Aufsichtsrat bekannt wurde. Ein Sprecher des Frankfurter Instituts wollte entsprechende Informationen, über die zunächst das "Handelsblatt" berichtete, nicht kommentieren.

Ver.di: "Wir tragen das mit"

Ver.di-Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann, der Mitglied des Commerzbank-Aufsichtsrates ist, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wir tragen das mit: Das Kundenverhalten ändert sich. Durch den Abbau von Personal stehen außerdem nicht mehr genügend qualifizierte Berater zur Verfügung. Von daher ist es folgerichtig, die Filialzahl weiter auf rund 400 zu reduzieren."

Zumeist handele es sich um Filialen, die während der Corona-Pandemie vorübergehend geschlossen worden seien und nun nicht mehr geöffnet würden, erläuterte Wittmann. Er betonte: "Einen weiteren Personalabbau soll es ausdrücklich nicht geben."

Die Commerzbank hatte im Gegensatz zu vielen anderen Geldhäusern lange an einem vergleichsweise dichten Filialnetz festgehalten. Vor Beginn der Pandemie hatte das Institut bundesweit noch etwa 1000 Standorte.

Streit gibt es um Bezahlung bei Tochtergesellschaften

Anfang 2021 steuerte der als Sanierer angetretene Konzernchef Manfred Knof radikal um, die Zahl der Filialen im deutschen Markt wurde von seinerzeit 790 auf 450 verringert. Knof hatte erst kürzlich der "Bild am Sonntag" gesagt, die Zielgröße von 450 könne "nicht in Stein gemeißelt" sein: Dafür ändere sich die Welt zu schnell.

Streit gibt es nach Angaben von Wittmann weiterhin um die Bezahlung bei den Commerzbank-Tochtergesellschaften ComTS, die unter anderem bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs helfen. Die Arbeitgeberseite sei nicht einmal bereit, ver.di einen Gesprächstermin dazu anzubieten, kritisierte Wittmann. Daher werde es am kommenden Dienstag an allen ComTS-Standorten Arbeitsniederlegungen geben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. September 2022 um 15:00 Uhr.