in Smart von Car2Go steht in der Stuttgarter Innenstadt auf einem Parkplatz. | Bildquelle: dpa

Erzrivalen BMW und Daimler Der Carsharing-Frieden

Stand: 28.02.2019 18:10 Uhr

Lange waren Daimler und BMW Erzrivalen. Nun legen sie ihre Carsharing-Dienste unter dem Namen "ShareNow" zusammen. Damit greifen sie auch Taxen und den öffentlichen Nahverkehr an.

Von Katja Scherer, WDR

Ein Werbespruch von Daimler macht es deutlich: "Danke für 100 Jahre Wettbewerb. Die 30 Jahre zuvor waren doch ein bisschen öde." So gratulierten die Stuttgarter dem Erzrivalen BMW 2016 zum Firmenjubiläum. Über hundert Jahre lang konkurrierten die Konzerne um die stärksten Motoren und das schnittigste Design.

Neue Ära: Kooperation statt Konkurrenz

Heute aber brach im Verhältnis der beiden Konzerne eine neue Ära an. Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Boss Harald Krüger gaben am Vormittag in Berlin eine gemeinsame Pressekonferenz, beide ohne Krawatte, beide im blauen Sakko und in weißem Hemd. Schon optisch war die Botschaft klar: Man will nun gemeinsame Sache machen.

Das gilt vor allem unternehmerisch: Die Konzerne wollen insgesamt 14 bereits existierendeTochterunternehmen in fünf neuen, gemeinsamen Tochterfirmen bündeln. Zusammengelegt werden dabei die Carsharing-Dienste (Car2Go und DriveNow), Taxi-Dienste wie MyTaxi, neue digitale Parklösungen, die Ladesäulennetze beider Konzerne sowie Mobilitäts-Dienste wie Moovel, die Kunden verkehrsmittelübergreifend sagen, wie sie am schnellsten von A nach B kommen.

Machen beim Carsharing künftig gemeinsame Sache: BMW-Chef Harald Krüger (l.) und Daimler-Boss Dieter Zetsche (r.) | Bildquelle: REUTERS
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Machen beim Carsharing künftig gemeinsame Sache: BMW-Chef Harald Krüger (l.) und Daimler-Boss Dieter Zetsche (r.)

Über eine Milliarde Euro Investitionen geplant

60 Millionen Kunden könnten die fünf neuen Tochterfirmen gemeinsam erreichen, sagte BMW-Chef Harald Krüger. Mehr als eine Milliarde Euro wollen die Konzerne in die Firmen investieren. Sitzen sollen diese nicht in Süddeutschland, sondern in Berlin.

BMW und Daimler dürften damit ihre Vormachtstellung auf dem deutschen Carsharing-Markt festigen. Vor allem aber haben die Konzerne ihre internationalen Wettbewerber im Blick. Weil die Bedeutung von Privatautos in Städten abnimmt, müssen sich Autohersteller zu Mobilitätsanbietern wandeln, die Kunden von A nach B bringen - egal, ob per Carsharing oder Sammeltaxi. Konkurrenten wie Uber und Lyft aus den USA oder Didi aus China machen das schon sehr erfolgreich, und in diesem Wettbewerb wollen BMW und Daimler mithalten.

Im ländlichen Raum dominieren lokale Anbieter

BMW und Daimler sind mit ihren Carsharing-Angebote Car2Go und DriveNow dabei vor allem in Großstädten stark. In kleineren Städten und im ländlichen Raum dagegen dominieren in Deutschland bisher sogenannte stationsbasierte Carsharing-Angebote wie von Flinkster oder Cambio. Stationsbasiert heißt, dass Kunden Autos stets an einer festen Station leihen und dorthin zurückbringen. Insgesamt gibt es derzeit über 150 Carsharing-Anbieter in Deutschland.

Neben dem Carsharing arbeiten die Autohersteller zudem an sogenannten Ridesharing-Konzepten. Damit sind Sammeltaxis für circa sechs Personen gemeint, die Kunden per App bestellen können und die sie sich dann mit anderen Fahrgästen teilen, die in dieselbe Richtung müssen. Sowohl das Carsharing als auch das Ridesharing stellt eine Konkurrenz für klassische Taxen dar.

Konkurrenz für Taxen und öffentlichen Nahverkehr

Anfangs haben Taxi-Unternehmen die neuen Angebote daher kritisiert, inzwischen aber blasen sie zum Gegenangriff: In großen Städten wie Berlin und Hamburg haben einige Taxigesellschaften inzwischen eigene Angebote entwickelt, damit Fahrgäste Taxen künftig gemeinsam nutzen können.

Eine Konkurrenz ist das Carsharing auch für den öffentlichen Nahverkehr. Das gilt weniger für stationsgebundene Angebote als vielmehr für Anbieter wie Car2Go und Drive Now in Großstädten, bei denen Nutzer ihre Leihautos innerhalb von bestimmten Zonen überall ausleihen und abgeben können. Weil diese Angebote bequem nutzbar seien, führe das dazu, dass Menschen teilweise Autos mieten statt Bahnen oder Fahrräder zu nutzen, sagt Automobilexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management. Zumindest solange man Carsharing-Autos auch noch kostenfrei parken darf. Die Folge sei dann: noch mehr Autoverkehr in den Städten.

Mobilitätswende durch Carsharing möglich
tagesschau 12:00 Uhr, 22.02.2019, André Kartschall, RBB

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