Werk von British Steel in Scunthorpe | Bildquelle: REUTERS

Tausende Jobs gefährdet British Steel ist insolvent

Stand: 22.05.2019 12:43 Uhr

5000 Arbeitsplätze sind in Gefahr, bei Zulieferfirmen sogar 20.000: Großbritanniens zweitgrößter Stahlkonzern ist zahlungsunfähig. British Steel schiebt das auch auf die Unsicherheit durch den Brexit.

British Steel, der zweitgrößte Stahlproduzent in Großbritannien, ist insolvent. Ein Gericht habe das Unternehmen unter Zwangsliquidation gestellt, teilte die Regierung in London mit. Ein Insolvenzverwalter sei eingesetzt worden.

Als Gründe für die Schwierigkeiten machte Vorstandschef Gerald Reichmann die Unsicherheit über den Brexit sowie die schwache Nachfrage und die hohen Rohstoffpreise verantwortlich. Bis zuletzt hatte sich British Steel um Staatsgarantien bemüht - am Ende vergeblich.

Tausende Arbeitsplätze in Gefahr

Für British Steel arbeiten rund 5000 Beschäftigte, viele von ihnen in Scunthorpe rund 290 Kilometer nördlich von London. "Die unmittelbare Priorität besteht darin, den sicheren Betrieb des Standorts fortzusetzen", sagte Insolvenzverwalter David Chapman. Der Handel und die Belieferung der Kunden gehe weiter. Bei Zulieferfirmen sind laut Medienberichten rund 20.000 Jobs gefährdet.

Die britische Regierung erklärte, sie wolle die Geschäftstätigkeit des Stahlkonzerns über die kommenden Wochen sicherstellen. Eine Staatsgarantie, wie von dem Konzern gefordert, oder weitere Darlehen wären nach Ansicht von Wirtschaftsminister Greg Clark aber rechtswidrig gewesen. Gewerkschaften hatten gefordert, den Konzern zu verstaatlichen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Mai 2019 um 14:45 Uhr.

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