Boeing 737 MAX | dpa

Mängel bei 737 Max Mails zeigen frühe Bedenken bei Boeing

Stand: 25.12.2019 17:15 Uhr

"Verstörende" Mails hat Boeing an den US-Kongress übergeben. Sie belegen, wie früh und umfassend leitende Mitarbeiter wussten, wie groß die Sicherheitsmängel bei der Boeing 737 Max waren.

Von Arthur Landwehr,

ARD-Studio Washington

Noch spät in der Nacht zum Heiligen Abend hat der Boeing-Konzern auf Drängen seiner Anwälte ein Paket interner Mails an den Verkehrsausschuss des Kongresses übermittelt. Aus den Dokumenten soll deutlich werden, wie früh und wie umfassend Boeing Informationen über Sicherheitsbedenken seines Flugzeugs 737 Max hatte.

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

Gegenüber der "Seattle Times", die zuerst über die neuen Dokumente berichtete, nannte eine Sprecherin des Ausschusses diese "verstörend". Anscheinend verfestigen sie ein Bild, das sich in den Monaten nach den tödlichen Abstürzen von Maschinen dieses Typs gezeigt hatte: Ein Teil der leitenden Mitarbeiter warnte sehr konkret vor Sicherheitsmängeln, insbesondere des automatischen Steuerungssystems, das wahrscheinlich die Ursache der Abstürze war.

Profit im Auge - Warnungen ignoriert

Andere Boeing-Beschäftigte schoben die Warnungen an die Seite und taten alles dafür, dass die ehrgeizigen Produktionspläne nicht durch die Flugaufsicht behindert wurden.

Die neuen Dokumente wurden am selben Tag übergeben, an dem Boeing-Chef Dennis Muilenburg zurücktreten musste. Inhalt und Ton der E-Mails reflektierten eine frühere Kultur bei Boeing, so ein Sprecher. Das Unternehmen habe sich in den vergangenen neun Monaten drastisch verändert.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. Dezember 2019 um 18:30 Uhr im Echo des Tages.