Buchrücken der Verlage Random House und Penguin

Verlagsbranche USA verklagen Bertelsmann-Tochter

Stand: 03.11.2021 10:04 Uhr

Das US-Justizministerium hat eine kartellrechtliche Klage gegen die Bertelsmann-Tochter Penguin Random House eingereicht. Grund sind die Übernahmepläne für den Buchverlag Simon & Schuster.

Die Regierung in Washington will den milliardenschweren Kauf des US-Buchverlags Simon & Schuster durch die Bertelsmann-Tochter Penguin Random House verhindern. Dazu reichte das US-Justizministerium eine kartellrechtliche Klage gegen den in New York sitzenden Verlag ein.

Zur Begründung sagte der Generalstaatsanwalt Merrick Garland, wenn es dem größten Buchverlag der Welt erlaubt werde, einen seiner wichtigsten Konkurrenten zu erwerben, werde er eine beispiellose Kontrolle über die Verlagsbranche erhalten. Ohnehin gebe es nur fünf große Buchverlage in den USA, Simon & Schuster gilt als Nummer vier: "Amerikanische Autoren und Verbraucher würden den Preis für diese wettbewerbsfeindliche Fusion bezahlen - geringere Vorauszahlungen für Autoren und letztlich weniger Bücher und weniger Vielfalt für Konsumenten."

Übernahme für 2,18 Milliarden Dollar

Bertelsmann zählt zu den weltweit größten Medienkonzernen. Bereits im November 2020 hatte der Vorstand die geplante Übernahme für 2,18 Milliarden Dollar bekanntgegeben, bislang gehört Simon & Schuster zum US-Medienkonzern ViacomCBS. Mit dem Zukauf will der in Gütersloh ansässige Konzern die Präsenz der Tochter in den USA stärken. Chef Thomas Rabe sprach damals von einem "weiteren strategischen Meilenstein zur Stärkung unserer globalen Inhaltegeschäfte".

Mit der Übernahme werden wichtige Autoren hinzugewonnen: Unter anderem veröffentlicht der US-Verlag Simon & Schuster Bücher des Star-Autoren Stephen King, des Pulitzer-Preisträgers Anthony Doerr und des Journalist Bob Woodward, aber auch der früheren US-Außenministerin Hillary Clinton.

Verlage wollen sich gegen Klage wehren

Das Justizministerium kritisiert, dass durch den geplanten Kauf fast die Hälfte des Marktes für die Veröffentlichungsrechte an Blockbuster-Büchern Penguin Random House zufallen würden. Der nächste Wettbewerber habe weniger als die Hälfte dieser Größe.

Penguin Random House und Simon & Schuster wiesen die Einwände des Justizministeriums in einem Statement gegenüber US-Medien zurück und kündigten an, sich energisch gegen die Klage zur Wehr zu setzen. Vorstandschef Rabe hatte bei der Kaufankündigung im vergangenen Jahr erklärt, er sei zuversichtlich, dass die Behörden dem Vorhaben zustimmen. Penguin Random House und Simon & Schuster kämen in den USA zusammen nur auf einen Umsatzanteil von unter 20 Prozent. Damit liege der Marktanteil der beiden Verlage unter einem besorgniserregenden Niveau.