Valentin Stalf, Gründer der Online-Bank N26 | Bildquelle: dpa

Sicherheitslücken bei Onlinebank Finanzaufsicht knöpft sich N26 vor

Stand: 22.05.2019 17:45 Uhr

Die Onlinebank N26 steht wegen Sicherheitslücken in der Kritik. Jetzt hat sich die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet - und drastische Maßnahmen angeordnet.

Von Lea Busch und Peter Hornung, NDR

Die Finanzaufsicht BaFin hat der Berliner Onlinebank N26 angeordnet, stärker gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorzugehen. Die Bank müsse "angemessene interne Sicherungsmaßnahmen" ergreifen und allgemeine Sorgfaltspflichten einhalten, heißt es in der Anordnung.

Diese öffentliche Anordnung wird von Experten als drastische Maßnahme der Finanzaufsicht gesehen. Die N26 muss nun unter anderem eine bestimmte Anzahl von Kunden erneut überprüfen, weil es offenbar Zweifel an deren Identität gibt.

Bank muss Arbeitsabläufe schriftlich festlegen

Die BaFin mahnt die Bank zudem, durch eine ausreichende Anzahl von Mitarbeitern und entsprechende technisch-organisatorische Ausstattung sicherzustellen, dass Geldwäsche verhindert wird. Konkret müsse das Institut Rückstände in der EDV-Überwachung von Kontobewegungen aufholen und Arbeitsabläufe gegenüber der Bafin auch schriftlich festlegen.

Eine Banksprecherin erklärte, die N26 nehme die Anordnung sehr ernst und sei sich sicher, alle Vorgaben der Finanzaufsicht fristgerecht umsetzen zu können: "So arbeiten wir mit Hochdruck sämtliche noch unbearbeitete Fälle von Transaktionen ab, die von unseren Systemen als unregelmäßig oder auffällig identifiziert wurden." Man habe bereits rund 90 Prozent dieser Fälle bearbeitet und werde die Bearbeitung bis Ende nächster Woche abschließen.

Geldwäsche über Fake-Shops

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Berichte über mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen bei der N26 gegeben. So hatten Recherchen von NDR und "Süddeutscher Zeitung" gezeigt, dass knapp 400 Konten der Onlinebank für Geldwäsche von Internet-Fakeshops benutzt wurden. Kriminelle hatten dafür die Kontrolle über N26-Konten übernommen, ohne dass die Kontoinhaber davon etwas bemerkt hatten.

Der Bank war es in diesen Fällen offenbar oft nicht gelungen, verdächtige Kontobewegungen rechtzeitig zu erkennen und solche für Betrug genutzte Konten umgehend zu schließen. N26 ist mit 2,5 Millionen Kunden eines der erfolgreichsten und wertvollsten Finanz-Startups in Deutschland. Investoren bewerten die Smartphone-Bank mit mehr als zwei Milliarden Euro.

Bafin erlässt Anordnung gegen N26 wegen Geldwäsche
Peter Hornung, NDR
22.05.2019 18:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. April 2019 um 06:38 Uhr in der Wirtschaft.

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