Ein Mann hält ein Ticket der Bahn in der Hand | Bildquelle: picture alliance / Armin Weigel/

Kulanzregeln in Corona-Krise Gutscheine für Bahn-Spartickets

Stand: 13.03.2020 15:20 Uhr

Die Deutsche Bahn will Kunden angesichts der Coronavirus-Pandemie entgegenkommen und hat eine Sonderkulanz-Regelung eingeführt: Sparpreistickets können ab Montag in Gutscheine umgetauscht werden.

Die Deutsche Bahn weitet die Kulanzregeln aus: Ab Montag können Sparpreis- und Supersparpreistickets in Gutscheine umgetauscht werden, teilte das Unternehmen mit. Damit wolle die Bahn ein wichtiges "Signal zur Beruhigung" aussenden, sagte Konzernchef Richard Lutz.

Dies gilt unabhängig von abgesagten Großveranstaltungen und Risikogebieten. Normalerweise sind Sparpreise zwar günstiger als flexible Tickets, können aber nicht ohne Weiteres umgetauscht oder zurückgegeben werden.

"Natürlich haben wir Verständnis dafür, wenn unsere Kunden in der aktuellen Situation ihre gebuchte Reise noch einmal überdenken wollen", sagte er. Deshalb habe sich die Bahn entschieden, eine "deutschlandweite Sonderkulanz-Regelung einzurichten". 

Betrieb soll nicht eingeschränkt werden

Dies betrifft alle Supersparpreise und Sparpreise für Reisen bis einschließlich 30. April. Betroffene Kunden sollten sich dazu an die Kundenservice-Kanäle und die Verkaufsstellen der Bahn wenden. Allerdings werden die Kunden gebeten, "alle digitalen Wege für den Umtausch der Tickets zu nutzen".

Reisende mit Flexpreistickets haben laut Bahn unabhängig von den aktuellen Sonderkulanzen die Möglichkeit, ihre Fahrkarten kostenlos zu stornieren und sollen dafür "die üblichen Stornierungswege nutzen".  Kunden, die aufgrund des Coronavirus ihre Reise innerhalb Deutschlands verschieben wollen, können das gebuchte Ticket bis zum 30. Juni 2020 flexibel nutzen. Bei Sparpreisen wird die Zugbindung aufgehoben.

Zugleich bekräftigte Lutz, dass die Bahn von ihrer Seite aus den Betrieb nicht einschränken werde. Der Konzern begreife sich als Teil der Daseinsvorsorge, der einen "wesentlichen Beitrag" zur Mobilität der Menschen und Versorgung der Wirtschaft leiste. Deshalb sei es für die Bahn wichtig, auch in schwierigen Situationen den Betrieb "so lange wie möglich und so gut wie möglich" aufrecht zu erhalten.

Verstärkte Reinigung

Lutz verwies auf die verstärkte Reinigung der Wagen und die Verfügbarkeit von Desinfektionsmitteln. Zudem stünden für den Fall, dass Verdachtsfälle auf eine Coronavirus-Infektion auftreten sollten, auch Atemmasken zur Verfügung.

Außerdem werde sichergestellt werden, dass sowohl in Bahnhöfen als auch Zügen genug Seife bereitliegt. Vermehrte Krankschreibungen von Eisenbahnern gebe es bislang nicht, sagt Lutz.

Scheuer: Probleme bei Logistik

Probleme sieht aber Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im Logistikbereich. Der Güterverkehr gehe spürbar zurück - auch weil Lieferungen aus Italien und anderen Ländern inzwischen ausbleiben. Um die Versorgung zu erleichtern, hätten die Verkehrsminister der Bundesländer das Sonntagsfahrverbot für Laster nun aufgehoben, sagte Scheuer.

Mit Informationen von Martin Polansky, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. März 2020 um 14:22 Uhr.

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