Gleisarbeiter | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Medienbericht 86 Milliarden Euro fürs Schienennetz

Stand: 26.07.2019 08:54 Uhr

Marode Brücken, alte Weichen, defekte Anlagen: Im deutschen Schienennetz gibt es einen massiven Investitionsbedarf. Einem Bericht zufolge will der Bund jetzt eine noch größere Summe in die Sanierung investieren.

Der Bund und die Deutsche Bahn wollen offenbar rund 86 Milliarden Euro in die Sanierung des Schienennetzes investieren. Das will die Nachrichtenagentur dpa erfahren haben. Die Summe erstreckt sich demnach über die kommenden zehn Jahre.

Eine entsprechende Grundsatzeinigung sieht dem Bericht zufolge vor, dass der größte Anteil der Gelder vom Bund kommt. Bisher wurde weit weniger in den Erhalt des Schienennetzes investiert: Die nun auslaufende Vereinbarung sah rund 28 Milliarden Euro über fünf Jahre vor.

Ein ICE fährt auf der Strecke Hannover - Göttingen an einem Schotterhaufen vorbei. | Bildquelle: dpa
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Viel Arbeit und hohe Kosten: Die Bahn muss ihr zum Teil marodes Schienennetz sanieren.

Bund zahlt, Bahn leistet Beitrag

Die Beträge sollen nun schrittweise steigen: Von 2020 bis 2024 sind laut dpa jährlich im Schnitt knapp acht Milliarden Euro vorgesehen, von 2025 bis 2029 dann im Schnitt mehr als neun Milliarden. Im Jahr 2029 soll es einen Höchstbetrag von 9,6 Milliarden Euro geben. Die Bahn soll mit Eigenmitteln einen finanziellen Beitrag zu diesen Investitionen leisten.

Zur Abmachung zwischen dem Bund und dem bundeseigenen Konzern gehört dem Bericht zufolge, dass die Bahn in den nächsten zehn Jahren rund 2000 Brücken erneuert. Auch diese Zahl ist deutlich höher als in der bisherigen Vereinbarung.

Deutsche Bahn und Bund hatten lang um eine neue Vereinbarung gerungen. Der Haushalts- und der Verkehrsausschuss des Bundestags müssen der Einigung noch zustimmen. Das soll bis Ende des Jahres passieren.

Zahlreiche Störungen bei der Bahn

Das rund 33.000 Kilometer lange Schienennetz der Bahn gilt als zum Teil marode. Brücken, Schienen, Weichen und Anlagen müssen erneuert werden. Immer wieder kommt es zu Störungen. Teilweise müssen die Züge langsamer fahren. Im ersten Halbjahr kam gut jeder fünfte Fernverkehrszug der Deutschen Bahn zu spät.

Die Große Koalition will die Zahl der Fahrgäste bei der Bahn bis 2030 verdoppeln. Die Stärkung der Schiene spielt auch eine wesentliche Rolle in den Beratungen des Klimakabinetts der Bundesregierung, das im September über Klimaschutzmaßnahmen auch im Bereich Verkehr entscheiden will.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Juli 2019 um 08:45 Uhr.

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