Ein DB Zug im Bahnhof. | Bildquelle: dpa

Bahn-Krisentreffen Jetzt geht es ums Geld

Stand: 30.01.2019 09:52 Uhr

Wie geht es weiter mit der Bahn? Erneut gibt es ein Treffen bei Verkehrsminister Scheuer. Unklar ist, wie Investitionen finanziert werden sollen. Medienberichten zufolge hat Bahnchef Lutz neue Vorschläge dabei.

Zweimal haben sich die Bahn-Konzernspitze und Verkehrsminister Andreas Scheuer bereits seit Jahresbeginn getroffen, am Nachmittag kommen sie zum dritten Mal zusammen: Bei den Gesprächen soll es vor allem darum gehen, wie die Bahn effizienter werden kann. Daher sollen die komplexen Strukturen auf den Prüfstand. Vor allem aber geht es um die künftige Finanzierung.

Die Deutsche Bahn ist hoch verschuldet und braucht zusätzliche Milliarden, etwa für die Modernisierung der Flotte und des Netzes. In Koalitionskreisen hieß es, es sei unklar, wie hoch der zusätzliche Finanzbedarf der Bahn sei. Dazu müsse die Konzernspitze heute Auskunft geben.

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, über die Krise bei der Deutschen Bahn
tagesschau24 16:00 Uhr

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Wie hoch ist der Finanzbedarf?

Der Bund könnte der Bahn über mehr Eigenkapital mittelfristig mehr Mittel zur Verfügung stellen. Daneben gibt es Überlegungen, die profitable Bahn-Auslandstochter DB Arriva zu verkaufen, um Geld für Züge und Gleisnetz zu bekommen. Dies ist aber in der schwarz-roten Koalition umstritten - ebenso wie der Weg, dass die Bahn sich noch höher verschuldet.

Neue Vorschläge von Lutz?

Angeblich will Bahnchef Richard Lutz heute neue Vorschläge zum Konzern-Umbau präsentieren: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ) will er vorschlagen, dass der Vorstand um zwei neue Posten auf acht Topmanager erweitert werden soll. Gleichzeitig sollen nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen im Rest des Unternehmens Führungspositionen wegfallen. Die Rede ist von mindestens einer Hierarchie-Ebene. Ziel ist es: Mehr Macht für den Vorstand, um Vorgaben für die einzelnen Sparten besser durchsetzen zu können, schreibt die "SZ".

Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn | Bildquelle: dpa
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Bahnchef Lutz plant nach Medienberichten einen deutlichen Umbau im Vorstand.

Zudem sollen erstmals Krisenteams an bestimmten Bahnhöfen Schlimmeres verhindern. Die Bahn will, so die Zeitung, die so genannten Plan-Start-Teams dort aufstocken, wo besonders viele Züge fahren. Zwischen Würzburg und Nürnberg und rund um Hamburg sollen sie dafür sorgen, dass die Züge wenigstens am Startbahnhof pünktlich abfahren.

"Weniger Wasserkopf in den Zentralen"

Vor dem dritten Treffen gibt es auch mehrere Forderungen aus der Politik an die Bahn: Verkehrspolitiker der Koalition sprechen sich für deutliche Verbesserungen bei dem Staatskonzern aus: SPD-Fraktionsvize Sören Bartol appellierte an grundlegende Änderungen der Strukturen: "Wir brauchen bei der Bahn weniger Wasserkopf in den Zentralen und mehr Verantwortung bei den Beschäftigten vor Ort", sagte Bartol der Nachrichtenagentur dpa. Die Unions-Verkehrspolitikerin Daniela Ludwig verlangte ein höhere Pünktlichkeit und besseren Service.

Rote Rücklichter leuchten am Triebwagen eines ICE-Zuges der Deutschen Bahn | Bildquelle: dpa
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Die Bahn braucht weitere Milliarden für Investitionen.

Verkehrspolitiker Bartol sagte, eine moderne Bahn brauche eine moderne Organisation. "Das erfordert schlankere Strukturen, in den zügig auf Veränderungen reagiert werden kann. Hierzu erwarte ich vom Bahnvorstand konkrete Vorschläge." Es müsse eine bessere Verzahnung zwischen dem Gesamtvorstand und den Vorständen der einzelnen Sparten geben: "Wer jedoch über eine Zerschlagung der Deutschen Bahn nachdenkt, wird auf den erbitterten Widerstand der SPD stoßen." Eine Herauslösung des Schienennetzes und eine Privatisierung der Verkehrsunternehmen werde es mit der SPD nicht geben.

Bessere Pünktlichkeit, mehr Service

Die CSU-Verkehrspolitikerin Ludwig sagte der dpa, das Fahrgastaufkommen der Bahn steige kontinuierlich, das Güteraufkommen ebenfalls. "Die Erwartung an die Bahn ist daher ganz klar: Der Service und die Pünktlichkeit müssen besser werden. Aus meiner Sicht gibt es kein Erkenntnisproblem, sondern vielmehr ein Umsetzungsproblem." Abläufe müssten besser koordiniert und die Zuständigkeiten klarer gefasst werden.

Eine Frau läuft neben einem Zug auf dem Bahnsteig entlang
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Forderungen an die Bahn: Besserer Service, mehr Pünktlichkeit

Gelder aus der Lkw-Maut?

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter plädierte dafür, Einnahmen aus der Maut zu nutzen. "Mit der Lkw-Maut und dem Abbau der Dieselsubventionen können Mittel direkt aus dem Verkehrssektor in die Bahn gelenkt werden", sagte er der "Saarbrücker Zeitung".

Die Bahn hatte nach einem Treffen mit Scheuer Mitte Januar ein Maßnahmenpaket angekündigt, um Schritt für Schritt aus der Krise zu kommen. Die Züge sollen pünktlicher, der Service für die Kunden verbessert werden. Dazu beitragen sollen mehr Investitionen, mehr Personal und weniger Staus auf der Schiene.

Der Bundesrechnungshof hatte den Bund zuletzt aufgefordert, als Eigentümer der Bahn mehr Verantwortung zu übernehmen. Mit einem Vorstoß für höhere Bahn-Fahrpreise hatte Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann viel Kritik geerntet. Eine Sprecherin Scheuers sagte, die Festlegung von Preisen sei eine "unternehmerische Entscheidung" und Sache der Bahn.

Klappe die III.: Scheuer und Lutz beraten weiter über Zukunft der Bahn
J. Barth, ARD Berlin
30.01.2019 09:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Januar 2019 um 11:22 Uhr.

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