Zwischen Ampullen mit dem Corona-Impfstoff liegt eine Einmal-Spritze, im Hintergrund das Logo des Vakzin-Herstellers AstraZeneca. | REUTERS

Studie zu AstraZeneca-Impfstoff Wohl begrenzte Wirkung bei Südafrika-Mutation

Stand: 07.02.2021 08:37 Uhr

Eine Studie der Universitäten Witwatersrand und Oxford hat die Wirksamkeit des Impfstoffs von AstraZeneca bei der südafrikanischen Variante des Virus untersucht. Das Ergebnis: Das Mittel bietet offenbar nur begrenzten Schutz.

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca bietet dem Pharmakonzern zufolge nur begrenzten Schutz bei einer Infektion mit der südafrikanischen Variante des Virus. Dies hätten erste Ergebnisse einer Studie der südafrikanischen Universität Witwatersrand und der Universität Oxford, mit der AstraZeneca den Impfstoff zusammen entwickelte, ergeben.

AstraZeneca reagierte damit auf einen Bericht der Zeitung "Financial Times", die zuvor über den womöglich geringeren Impfschutz bei der Mutation berichtet hatte. Der Impfstoff schützt demnach nicht vor leichten und mittelschweren Erkrankungen bei der Südafrika-Mutation.

2026 Personen hatten an der laut der Zeitung noch nicht durch Experten begutachteten Studie teilgenommen, die Hälfte erhielt ein Placebo. Keiner der Teilnehmer habe demnach einen schweren Verlauf gehabt oder sei gestorben.

Wirksamkeit gegen britische Virus-Mutation bestätigt

AstraZeneca geht davon aus, dass der Impfstoff auch Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bietet. Allerdings gebe es noch nicht genügend Erkenntnisse darüber, da es sich bei den Studienteilnehmern überwiegend um junge, gesunde Erwachsene gehandelt habe. Neben der südafrikanischen Virus-Mutation kursieren derzeit zwei weitere Varianten, die zuerst in Großbritannien und Brasilien entdeckt wurden.

Sie alle gelten als ansteckender als die Ursprungsvariante und haben sich bereits in vielen Ländern weltweit verbreitet. AstraZeneca zufolge soll der Impfstoff nun so angepasst werden, dass er auch bei der Südafrika-Mutante wirksamer ist. Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die britische Variante hatte die Universität Oxford hingegen bestätigt.

STIKO empfiehlt AstraZeneca nicht für alle Altersgruppen

Ende Januar hatte die Europäische Arzneimittelagentur EMA den Impfstoff von AstraZeneca freigegeben. Allerdings gab es daraufhin Diskussionen darüber, für welche Altersgruppen der Impfstoff geeignet ist. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt das Mittel von AstraZeneca bisher nur für Menschen zwischen 18 und 65 Jahren. Die Daten von AstraZeneca seien nicht ausreichend, um die Wirksamkeit der Impfung in der Altersgruppe ab 65 Jahre beurteilen zu können, so die Begründung.

Auch in Italien wurde der Impfstoff nicht für alle Altersgruppen empfohlen. Die dort zuständige Behörde empfiehlt das Mittel sogar nur für Menschen bis 55 Jahre. Zudem kam es im Januar zwischen AstraZeneca und der EU zu einem Streit über die Impfdosen. Der Konzern hatte mitgeteilt, im ersten Quartal statt 80 Millionen nur 31 Millionen Dosen Impfstoff an die EU-Staaten zu liefern. Mittlerweile hat AstraZeneca den EU-Staaten neun Millionen mehr Impfdosen zugesichert.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 07. Februar 2021 um 09:01 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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Tinkotis 07.02.2021 • 14:33 Uhr

Tja...

...Mutter Natur hat im Vergleich zum Menschen vier Milliarden Jahre mehr Erfahrung. Da sollte es nicht verwundern, dass sie uns immer ein Stück voraus ist...